«Die erfreuten Gesichter der Fahrgäste sind der Lohn für unsere Arbeit», sagt Rudolf Krähenbühl, Präsident des Vereins Parkbahn Königsfelden (PbKF). «Vor allem motiviert uns die Freude der Besucher an unseren Lokomotiven und dem gesamten Bahnbetrieb.» Am 2. April startete die Parkbahn im Stuckigarten, der sich hinter dem alten Spital in Königsfelden befindet, in die 10. Saison. «Das Wetter war besser als angesagt, und es gab einen grossen Andrang. Zeitweise fuhren bis zu fünf vollbesetzte Züge gleichzeitig», sagt Krähenbühl über das «Andampfen», wie der erste Fahrtag genannt wird.

Mit einer mittleren Geschwindigkeit von 4,5 Kilometern pro Stunde können die Besucher in zirka sieben Minuten eine Rundfahrt durch den Garten machen. Die dafür eingesetzten Dampflokomotiven werden laut Krähenbühl, genau wie die echten Vorbilder der damaligen Zeit, mit richtigen Kohlen betrieben. «Ausserdem haben wir eine E-2000-Lokomotive, eine Pazifik-Diesellok und diverse Schienen-Traktoren sowie ein Tram», erklärt Krähenbühl. Die Fahrzeuge seien Eigentum der Mitglieder des Vereins. «Jeder nimmt seine Fahrzeuge mit. So sind diese an jedem Fahrtag verschieden, was auch für die Besucher interessant ist, die mehrmals kommen», führt er aus.

Eisenbahn wertet Umgebung auf

Im Jahr 2006 sei der Mietvertrag der ursprünglichen Anlage im Birrfeld mit der Eigentümerin ABB Immobilien AG ausgelaufen, da dort ein Kiesabbau geplant war. Aus diesem Grund hat der Verein die Anlage hinter dem Jugendhaus, die der Grösse von zwei Fussballfeldern entsprach, aufgeben müssen. Im Jahr 2007 wurden die Mitglieder des Vereins dann mit dem Areal der Psychiatrischen Dienste Aargau (PDAG) in Königsfelden fündig. «Wir konnten mit dem damaligen Klinikleiter der PDAG Kontakt knüpfen und ihn in einem Gespräch davon überzeugen, dass eine Anlage für Eisenbahnen der Spur 5 und 7¼ Zoll auch wertvoll für das Umfeld der Klinik ist», blickt Krähenbühl zurück.

Die aktuelle Anlage verfügt über eine Streckenlänge von 159 Metern für den äusseren Kreis, 177 Metern für den inneren Kreis und je 27 Metern für die beiden Bahnhofgleise. «Die zwei verbundenen Kreise erlauben eine Änderung der Fahrtrichtung, was für die Besucher und Lokführer sehr abwechslungsreich ist.» Die aktuellen Schienen und Weichen bestehen aus Vierkant-Stahl und wurden vor zirka fünf Jahren eingesetzt. Ausserdem sei der Bahnhof modifiziert und zum Eingangsbereich verschoben worden. Eine Drehscheibe aus der ehemaligen Anlage im Birrfeld bereichere die jetzige.

Grosser Spass für wenig Geld

Besonders die älteren Leute freuen sich darüber, dank der Lokomotiven in Erinnerungen zu schwelgen. Laut Krähenbühl kommen manchmal auch technisch interessierte Menschen, die sich für die Funktions- und Bauweise einer Dampflok interessieren. «Auch Grosseltern können auf einfache Art und Weise ihren Enkeln etwas bieten, ohne den Geldbeutel gross zu belasten. Zudem können beispielsweise auch die Väter den Kindern anhand der Modelle viel besser die Art und Weise, wie solche Fahrzeuge funktionieren, zeigen», sagt Krähenbühl. Von der aktuellen Saison erhoffe er sich vor allem gute Wetterbedingungen, da die Fahrtage bei schlechtem Wetter nicht stattfinden. Die Besucherzahl hängt stark vom Wetter und den Veranstaltungen, die im Raum Brugg und Windisch sonst noch stattfinden, ab.

«Viele Kinder bleiben den ganzen Nachmittag abwechslungsweise auf den verschiedenen Fahrzeugen sitzen.» Die Fahrten seien für alle Gäste unentgeltlich und finden bei schönem Wetter in der Regel jeden ersten Sonntag im Monat statt. Am 13. August sei aufgrund des Jubiläums zudem ein Sonderfahrtag vorgesehen. «Wir sind noch dabei, uns auszudenken, was wir an diesem Tag Spezielles veranstalten sollen», sagt Krähenbühl. Dieser Tag werde aber der Höhepunkt der Saison sein. Ein Mitglied werde ausserdem eine selbst gebaute Dampflok das erste Mal in Betrieb nehmen.

Nächster Fahrtag (nur bei schöner Witterung): Sonntag, 7. Mai, von 13 bis 17 Uhr.