Ein Daheim für Menschen mit Behinderung: Der Architekturwettbewerb für das neue Wohnheim der Stiftung Domino in Hausen ist abgeschlossen. Das Rennen gemacht hat die Metron Architektur AG aus Brugg. Gestern Montagabend ist ihr Siegerprojekt «Minka» an einer Vernissage vorgestellt worden – im Beisein der Verantwortlichen der Stiftung Domino und der Mitglieder des Preisgerichts sowie der Vertreter der am Wettbewerb beteiligten Büros, der Gemeinde und des Kantons.

Die Freude war gross bei den Anwesenden. Peter Müller, Präsident des Stiftungsrats, sprach von einem ersten Meilenstein. Nach der Präqualifikation im Sommer wurden neun Büros – darunter zwei Nachwuchsbüros – eingeladen, ihre Vorschläge einzureichen. Alle eingegangenen Projekte seien von sehr guter Qualität, sagte Hans Oeschger, Vorsitzender des Preisgerichts. Drei Lösungen kamen in die engere Wahl. Nach mehreren Wertungsdurchgängen und intensiven Diskussionen sei schliesslich ein einstimmiger Entscheid gefällt worden: «Minka» erfülle die Erwartungen in höchstem Masse, stellte Oeschger fest. Überdies handle es sich um eine wirtschaftliche Lösung.

Spatenstich 2016 vorgesehen

Vorgesehen ist der dreigeschossige Neubau unmittelbar beim bestehenden Wohnheim. Er verfügt gemäss Geschäftsführer Rainer Hartmann über 20 Plätze für betreutes Wohnen. Die Bewohnerinnen und Bewohner der 4er- und 6er- Gruppen gehen tagsüber einer Arbeit am geschützten Arbeitsplatz oder im Werkatelier nach. Ebenfalls geschaffen werden 5 Wohnplätze mit integrierter Beschäftigung für Personen, die mehr Pflege oder Betreuung benötigen oder im fortgeschrittenen Alter sind. Nicht zuletzt realisiert werden Werkateliers mit 14 zusätzlichen Beschäftigungsplätzen.

Peter Schmidlin, Präsident der Baukommission, äusserte sich glücklich darüber, dass die nächste Phase beginnen kann. Es gelte, die Bewilligung des Kantons abzuwarten und eine Kostenüberprüfung vorzunehmen. Verläuft alles reibungslos, kann im Herbst/Winter 2016 der Spatenstich erfolgen, im Herbst 2018 der Bezug des neuen Wohnheims. Auch wenn noch einige Hürden zu nehmen seien: Er sei zuversichtlich, dass der Zeitplan eingehalten werde, sagte Schmidlin und betonte: «Wir wollen vorwärtsmachen.»

Mit Blick auf die Hochstudhäuser

«Die Verfasser setzten sich feinfühlig mit der gestellten Aufgabe auseinander», wird im Beschrieb zum Siegerprojekt «Minka» festgehalten. Der Neubau verfüge über eine einfache Grundrissstruktur und übernehme die Gebäudehöhe des bestehenden Wohnheimes. «Er ist mittig zwischen die beiden Nachbarbauten gesetzt und fügt sich durch die grosszügigen Abstände sowie die moderate Gebäudehöhe gut ins Dorf ein.» Gegen Süden befindet sich ein eingeschossiger Atelierflügel, gegen die Strasse ein gut bemessener Vorplatz als Zugang. Als Verbindung zum heutigen Wohnheim entstehe ein von flachen Bauten gesäumter Hof zum Werken, gegen Nordwesten ein geschützter Garten mit Blick auf die Dächer der Hochstudhäuser im Dorfzentrum.

Die Wohngruppen, heisst es im Projektbeschrieb weiter, sind gut organisiert und untergebracht in den «intimeren» Obergeschossen. Die Wohngruppe mit integrierter Beschäftigung sei im Erdgeschoss zu finden mit direktem Zugang zum Garten. «So können die Bewohnerinnen und Bewohner trotz eingeschränkter Mobilität einfach am öffentlichen Leben teilhaben, was auch betrieblich vorteilhaft ist.»

Die überhohen Ateliers im separaten Gebäudeflügel schliesslich weisen gemäss Beschrieb «als schöne Ergänzung zum Wohnen eine andersartige räumliche Charakteristik auf». Die Fassaden des Neubaus seien sorgfältig gestaltet und harmonieren trotz ihrer Eigenständigkeit gut mit den Nachbarhäusern.

Die Lösungsvorschläge werden
öffentlich ausgestellt bis Freitag, 19. Dezember, 16 bis 19 Uhr in der Werkstatt Hausen, Mehrzweckraum.