Die Projekt hat Pioniercharakter: An der Flusssohle befestigte Strömungsturbinen – sogenannte Strombojen – sollen in der Aare bei Brugg und Windisch zwischen Casinobrücke und Aaresteg die Fliessgeschwindigkeit des Flusses nutzen und rund 420 Haushalte mit Strom versorgen. Die IBB Energie AG hat beim Departement Bau, Verkehr und Umwelt (BVU) des Kantons Aargau ein entsprechendes Konzessionsgesuch für 40 Jahre eingereicht.

«Strom Boje 3» im Einsatz: Bei Hochwasser taucht sie unter und schützt sich so vor grossem gefährlichen Treibgut.

«Strom Boje 3» im Einsatz: Bei Hochwasser taucht sie unter und schützt sich so vor grossem gefährlichen Treibgut.

Die öffentliche Auflagefrist ist am Dienstag abgelaufen. Mindestens zwei Einsprachen vom Fischerverein und vom Fischenz-Besitzer sind laut Philippe Ramuz, Geschäftsleiter der Netz-Dienstleistungen bei der IBB Energie AG, bisher eingegangen. Möglich sei, dass am 24. Dezember weitere Einsprachen per Post eintreffen.

Monitoring-Programm für Fische

Bedenken gebe es betreffend Fische und Larven (Verletzungen oder Störungen), so Ramuz weiter. Die vorgesehenen Strombojen sind 6 Tonnen schwer, rund 11 Meter lang und weisen einen Rotordurchmesser von 2,5 Metern auf. Für Schwimmer und Bootsfahrer stellen die Strombojen keine Gefahr dar und können problemlos passiert werden.

Entwicklung und Einsatz der Stromboje: Bericht für «Energy Globe Award», den Mondls Erfindung ebenfalls 2010 gewann.

Entwicklung und Einsatz der Stromboje: Bericht für «Energy Globe Award», den Mondls Erfindung ebenfalls 2010 gewann.

Als das Konzessionsgesuch vor gut einem Monat aufgelegt wurde, betonte das BVU, dass grundsätzlich versucht werde, den Einfluss auf die Umwelt möglichst gering zu halten. Da es sich um einen schweizweit einzigartigen Pilotversuch handelt, sei für die Betriebsphase ein Fisch-ökologisches Monitoring-Programm geplant. Dieses sieht laut Kanton vor, dass ein allfälliger Einfluss der Strombojen auf die Laichplätze und das Verhalten der Fische in den ersten Jahren genau beobachtet und dokumentiert wird.

Pro Natura wehrt sich nicht

Die Naturschutzorganisation Pro Natura Aargau stellte zwar bereits Ende November ein paar kritische Fragen im Zusammenhang mit der Stromproduktion und der kostendeckenden Einspeisevergütung (KEV), erwähnte aber gleichzeitig, dass das Projekt nach dem derzeitigen Wissensstand für die Natur harmlos erscheine und es keinen Grund gebe, sich dagegen zu wehren.

Das Projekt wird durch die geäusserten Bedenken verzögert: Die Gesuchstellerin werde aufgefordert, zu den Einsprachen Stellung zu nehmen, sagt BVU-Sprecher Benno Schmid. Gemäss Ramuz will die IBB Energie AG zuerst alle Einsprachen und deren Inhalt abwarten, um anschliessend das Gespräch mit den Beteiligten zu suchen und Lösungen zu finden.