Bezirksgericht Brugg
Mindestens einmal gibts eine Kampfwahl – sie treten an

Heute Freitag läuft die Anmeldefrist für die Ersatzwahlen am Bezirksgericht ab – SP, FDP und SVP treten an.

Michael Hunziker
Drucken
Andreas Wagner (SP), Chantale Wilhelm (FDP) und Sandro Rossi (SVP).

Andreas Wagner (SP), Chantale Wilhelm (FDP) und Sandro Rossi (SVP).

ZVG/AZ

Nach der SVP und der SP gibt auch die FDP bekannt, wen sie für die Wahl am Bezirksgericht Brugg ins Rennen schicken wird. Einstimmig hat der Bezirksparteitag diese Woche die 31-jährige Chantale Wilhelm aus Hausen nominiert. Sie tritt an für die Nachfolge des in diesem Jahr nach schwerer Krankheit verstorbenen Hansruedi Rohr (FDP) für das Präsidium 1.

Chantale Wilhelm ist in Muhen und Gränichen aufgewachsen. Die Juristin und Rechtsanwältin verfügt über Erfahrungen in der Advokatur und an verschiedenen aargauischen Gerichten. Mitte 2016 wählte sie der Grosse Rat als ausserordentliche Gerichtspräsidentin in Zurzach. Ende 2016 wurde sie auch als ausserordentliche Gerichtspräsidentin in Brugg gewählt.

Es kam zu Engpässen

Am Bezirksgericht Brugg kam es zu Vakanzen und nötig wurden deshalb Stellvertretungslösungen: Auf der einen Seite trat Franziska Roth (SVP) nach ihrer Wahl in den Regierungsrat per Ende 2016 als Gerichtspräsidentin zurück, andererseits fiel Gerichtspräsidentin Gabriele Kerkhoven aus gesundheitlichen Gründen zeitweise aus.

2 Sitze...

... sind zu besetzen am Bezirksgericht Brugg. Franziska Roth (SVP) trat nach ihrer Wahl in den Regierungsrat per Ende 2016 als Gerichtspräsidentin zurück. Hansruedi Rohr (FDP), der geschäftsführende Präsident des Bezirksgerichts Brugg, verstarb in diesem Jahr nach schwerer Krankheit.

Seit März dieses Jahres amtet Chantale Wilhelm als ausserordentliche geschäftsführende Gerichtspräsidentin am Bezirksgericht Brugg. Gemäss FDP kennt sie die Verhältnisse damit bereits sehr gut «und kann bei einer Wahl ihre Aufgabe nahtlos fortsetzen. Dies ist nach den personellen Ausfällen und Notlösungen in den letzten Monat wichtig.» Die Bezirkspartei äussert sich überzeugt, mit Chantale Wilhelm «eine starke Persönlichkeit und tatkräftige Juristin» als Gerichtspräsidentin 1 zu portieren.

Ihre Karten schon früher auf den Tisch gelegt haben SVP und SP. Erstere möchte mit Sandro Rossi den Sitz von Franziska Roth erobern. Der 38-jährige Rossi wohnt mit seiner Familie in Brugg. Er ist Rechtsanwalt und seit dem 1. Januar 2011 leitender Staatsanwalt bei der Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach. Zuvor war er als ausserordentlicher Staatsanwalt und am Bezirksgericht Bremgarten als Gerichtsschreiber tätig.

Die SP schickt Andreas Wagner aus Oberflachs als Kandidat für die Ersatzwahlen ins Rennen. Der 44-jährige Familienvater verfügt über langjährige Erfahrung als Jurist und arbeitet heute als selbstständiger Rechtsanwalt im Aargau sowie als Gerichtsschreiber am Kantonsgericht Luzern.

Einzig die SP hält sich bedeckt

Die Anmeldefrist für die Ersatzwahlen einer Gerichtspräsidentin, respektive eines Gerichtspräsidenten, am Bezirksgericht Brugg läuft bis heute Freitag, 12 Uhr. Der erste Wahlgang ist auf den 21. Mai angesetzt. Bei beiden Ämtern handelt es sich um eine 100-Prozent-Stelle, für jedes findet eine separate Wahl statt. Während SVP-Kandidat Sandro Rossi die Nachfolge von Franziska Roth anpeilt und Chantale Wilhelm diejenige von Hansruedi Rohr, hält sich die SP – noch – bedeckt, für welchen Sitz sie mit Andreas Wagner antritt. Co-Präsident Sacha Schenker sagte gestern auf Anfrage, dass dieser Entscheid erst nach der heutigen Generalversammlung öffentlich kommuniziert werde.

Anders gesagt: Gehen keine weiteren Kandidaturen ein, findet für mindestens einen Sitz eine Wahl statt, für den anderen wird mit der Publikation der Namen im Amtsblatt Ende März eine Nachmeldefrist von 5 Tagen angesetzt. Gehen keine weiteren Anmeldungen ein – stellt sich für den einen Sitz also nur ein Kandidat zur Verfügung – erfolgt eine stille Wahl. Sonst kommet es ebenfalls zu einer Urnenwahl.

Aktuelle Nachrichten