Habsburg

Mindestens 180 Jahre alt: Statiker muss das mysteriöse Loch untersuchen

Das in Habsburg entdeckte Loch ist eine mindestens 180 Jahre alte unterirdische Baute – vermutlich eine Wasserfassung.

Das in Habsburg entdeckte Loch ist eine mindestens 180 Jahre alte unterirdische Baute – vermutlich eine Wasserfassung.

Im Juni 2017 stürzte das trächtige Rind namens Belinda in Habsburg in ein Erdloch und brachte so einen unterirdischen Raum zu Tage. Bei den Untersuchungsarbeiten fiel nun ein Stein aus dem Gewölbe – bevor es weitergehen kann, muss ein Statiker ans Werk.

Seit Monaten untersuchen Archäologen, Geologen und Biologen das Loch in Habsburg, in das Kuh Belinda letzten Sommer gefallen ist. Nach der Rettungsaktion der damals trächtigen Kuh stellte sich heraus, dass das Loch auch keine Doline ist, wie ursprünglich angenommen.

Denn es kam ein kunstvoller unterirdischer Raum mit einem gemauerten Gewölbe und wunderschönem, gemeisseltem Torbogen zum Vorschein. Die Archäologen machten sich ein Bild davon, konnten aber noch nicht genau sagen, worum es sich handelt. Das Loch ist eine mindestens 180 Jahre alte unterirdische Baute: eher eine Wasserfassung als ein Gipsstollen.

Kuh «Belinda» stürzt in Erdloch:

Im vergangenen November wurde das Loch, das am ehesten eine Zisterne sein dürfte, von Landwirt Gerry Reutimann ausgepumpt und von der Firma Birchmeier mit einem Saugbagger teilweise ausgegraben. «Mit Aussicht auf eine bescheidene Rechnung», betont Johannes Jenny, Geschäftsführer von Pro Natura Aargau.

«Es ist schön, dass wir solche Unterstützung erfahren.» Das Freilegen des Lochs sollte den Kantonsarchäologen einen besseren Zugang ermöglichen. Allerdings: Aus dem entdeckten Gewölbe ist nach der Aktion ein Stein herausgefallen. Weil unsicher ist, wie stabil das Gewölbe ist, wurden die Untersuchungsarbeiten vorläufig unterbrochen. «Jetzt muss zuerst ein Statiker die Situation prüfen», sagt Johannes Jenny auf Nachfrage der AZ.

Loch in Habsburg wird abgepumpt:

Sind die Untersuchungen dann abgeschlossen, will Pro Natura Aargau das Gewölbe zugänglich machen. «Wir können uns vorstellen, ein Rohr zu verlegen, wo das Wasser durchfliessen kann. Dieses kann dann auch genutzt werden. Gleichzeitig würde so das Gewölbe von Wasser befreit und somit zugänglich gemacht.»

Wie hoch die Kosten dafür sein werden, ist zurzeit noch unklar. Pro Natura Aargau werde aber beim Lotteriefonds einen Antrag stellen, sagt Jenny. Viele Unternehmen und Privatpersonen haben Pro Natura Aargau durch ihre Spenden oder unentgeltliche Arbeit ermöglicht, das Loch in Habsburg zu erforschen.

Eine Möglichkeit ist auch, dass Fledermäuse künftig im Loch einen Unterschlupf finden. Diese brauchen ein Winterquartier, um überleben zu können.

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