Anti-AKW-Demo

«Menschenstrom gegen Atom»: Organisatoren hoffen bei Neuauflage auf 10'000 Demonstranten

Kurz nach der Reaktorkatastrophe von Fukushima forderten 2011 in einem «Menschenstrom gegen Atom» 20'000 Demonstrierende in Kleindöttingen den Ausstieg aus der Atomenergie. Jetzt, am Sonntag, 19. Juni, kommt es zu einer Neuauflage.

Namens der Organisatoren informierten gestern in Brugg Mitorganisator Leo Scherer und die kanto-nale SP-Co-Präsidentin Elisabeth Burgener als Vertreterin von Kaib (Kein Atommüll im Bözberg) über Ablauf und Ziele. Sie hoffen auf 10'000 Teilnehmende, so Scherer. Sorge bereitet das Wetter. Burgener: «Nach den Prognosen könnte sich die Lage ab Freitag entspannen, der Sonntag gar trocken sein.»

Die Schweiz sei in einem atompolitischen Schicksalsjahr, sagt Scherer. Das Parlament entscheidet über die Energiestrategie. «Und», so Burgener, «voraussichtlich im November entscheidet das Volk über die Atomausstiegsinitiative. Eine möglichst grosse Mobilisierung an dieser nationalen Kundgebung ist ein Zeichen für die dringend nötige Energiewende. Natürlich darf das AKW Beznau I nie mehr eingeschaltet werden, Beznau II muss sofort abgeschaltet werden.

Impressionen vom «Menschenstrom gegen Atom»

Impressionen vom «Menschenstrom gegen Atom» (22.05.2011)

Das Risiko dieser weltältesten Atommeiler ist viel zu hoch.» Diese Forderungen unterstützt auch Kaib, für die die Endlagerung von Atommüll in direktem Zusammenhang mit der künftigen Energiepolitik steht. Burgener: «Atomstrom und Atommüll lassen sich nicht voneinander trennen.»

So läuft der Menschenstrom ab

Die Demonstrierenden sollen am Sonntag von drei Ausgangspunkten her zum Amphitheater in Windisch wandern. Die längste Route beginnt am Bahnhof Döttingen. Eine kürzere und flache beginnt in Station Siggenthal. Die dritte, vom Verein Kaib organisiert, führt von Vier Linden Bözberg zum Ziel. Ab Bahnhof Brugg auf den Bözberg gibt es Shuttlebusse. Die zentrale Kundgebung ist um 14.30 Uhr in Windisch.

20000 Personen an der Anti-AKW-Demo

20000 Personen an der Anti-AKW-Demo (Tele M1, 22.05.2011)

Redner sind unter anderen Regula Rytz, Präsidentin der Grünen Schweiz, und Kaib-Präsident Max Chopard. Gemäss Scherer liegen die Bewilligungen des Kantons und aller tangierten Gemeinden vor. Ziel sei wie 2011 wiederum eine absolut gewaltfreie Kundgebung. 90 sogenannte Peacekeepers tragen dafür Sorge. Die Bevölkerung könne sich via 079 686 06 27 mit allfälligen Beschwerden – etwa wenn Abfälle liegen bleiben – telefonisch melden. Scherer sichert zu, man werde die Routen so sauber hinterlassen, wie sie angetroffen werden.

Anti-AKW-Demo: Kritik und Reaktionen

Anti-AKW-Demo: Kritik und Reaktionen (Tele M1, 22.05.2011)

Was geschieht, wenn der Rasen im Amphitheater, auf dem sich Tausende versammeln sollen und auf dem eine Woche später das Brugger Jugendfest stattfindet, vom Regen durchnässt sein sollte? Scherer: «Wir beurteilen die Situation mit den Verantwortlichen am Samstag früh. Ist der Rasen bedroht, weichen wir auf die Wiese nebenan aus, auf der jeweils der Zirkus gastiert. Wenn diese Schaden nehmen sollte, stehen wir Organisatoren für deren Wiederherstellung gerade.»

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