Brugg

Meisterinnen im Spital: Stützstrumpf-Handling und Geduld müssen stimmen

Die Fachangestellte Gesundheit Linda Häfeli bereitet den Blutzuckertest vor – eine Expertin schaut ihr dabei über die Schultern.

Die Fachangestellte Gesundheit Linda Häfeli bereitet den Blutzuckertest vor – eine Expertin schaut ihr dabei über die Schultern.

Zum ersten Mal können Pflegende an den Berufsschweizermeisterschaften mitmachen. Jetzt ist klar, welche zwei Aargauerinnen nächstes Jahr nach Bern reisen werden, um eine Medaille zu gewinnen.

Eine fünfviertel Stunde haben die Kandidatinnen Zeit, um eine Laienschauspielerin durch einen typischen Spitalmorgen zu geleiten. Dabei werden sie von jeweils zwei Expertinnen sowie Freunden und Interessierten beobachtet. Die zwei besten Lernenden Fachfrau/Fachmann Gesundheit (FaGe) erhalten ein Ticket für die Berufs-Schweizer-Meisterschaft SwissSkills Bern 2014.

Die FaGe Rahel Müller weckt ihre Patientin im Prüfungsraum der Organisation der Arbeitswelt Gesundheit und Soziales (OdA GS) Aargau. Diese ist verwirrt und versteht nicht, warum sie im Spitalbett gelandet ist. «Sie haben eine Fraktur», erklärt die Teilnehmerin an der Aargauer Berufsmeisterschaft der Laienschauspielerin. «Eine Aktur?» – «Nein, den Schenkelhals haben Sie sich gebrochen.» Trotz Nervosität muss Rahel Müller versuchen, langsam und ruhig zu sprechen. Derweil lacht das Publikum verhalten ob des skurrilen Wortwechsels.

Auch die innere Haltung zählt

Die Expertinnen bewerten nicht nur, ob Hygienevorgaben umgesetzt oder Messgeräte richtig eingesetzt werden, sondern auch die innere Haltung der jungen Berufsleute. Gehen diese respektvoll mit den Patienten um? Können sie die Zeitvorgaben einhalten, ohne unruhig zu werden?

Grundlage für die geprüften Kriterien bildet das nationale Berufsprofil. «Man merkt, dass die Kandidatinnen nervös sind», sagen die Expertinnen Elvira Trachsel, Ausbildungsverantwortliche der Klinik Barmelweid und Ingrid Oeschger, Leiterin Bildung des Regionalen Pflegezentrums Baden.

«FaGe ist ein Boomberuf», sagt Urs Sieber, Geschäftsführer der OdA Santé. «Viele junge Frauen wollen mit Menschen arbeiten und etwas Sinnvolles tun – das können sie als FaGe.» Er freut sich, dass 2014 erstmals auch ein Gesundheitsberuf an der Schweizer-Meisterschaft vertreten sein wird.

«Auch im Gesundheitsbereich wird messbare Leistung erbracht.» Dass dies stimmt, haben heuer Lisa Sulmoni vom Reusspark (1. Rang) und Carolin Abromeit vom Regionalen Pflegezentrum Baden (2. Rang) besonders deutlich bewiesen.

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