Hausen
Mehrzweckhalle kostet fast 1 Mio. Franken mehr als erwartet

Kreditabrechnungen, Steruerfusserhöhung und Strassensanierung: Der Gemeinderat legt dem Husemer Stimmvolk an der Wintergmeind gleich mehrere umstrittene Themen zur Beschlussfassung vor.

Claudia Meier
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Dorfzentrum Hausen

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Sandra Ardizzone

Die Stimmbürgerinnen und Stimmbürger werden einiges zu diskutieren haben an der Gemeindeversammlung am Donnerstagabend um 19.30 Uhr in der neuen Mehrzweckhalle. Traktandiert ist etwa die Kreditabrechnung für den neuen Versammlungsort inklusive Aussenraumgestaltung, für den das Stimmvolk vor vier Jahren einen Verpflichtungskredit in der Höhe von 13,9 Mio. Franken gutgeheissen hatte. Für die dynamisch wachsende Gemeinde mit knapp 4000 Einwohnern hat das prestigeträchtige Projekt insgesamt über 14,8 Mio. Franken gekostet.

Die grösste Kostenüberschreitung fiel mit 560'769 Franken für das Teilprojekt Neubau der Doppelturnhalle mit Mehrzwecknutzung und Bühne an. Für die Heizung und Erdwärmesonden wurde der Bruttokredit von 510'000 Franken um 351'484 Franken überschritten. Ausserdem schlug der Neubau des Gemeindesaals mit Bruttokosten von über 1,4 Mio. Franken zu Buche, was einer Kreditüberschreitung von 123'470 Franken entspricht.

Einzig für den Neubau einer Fotovoltaikanlage sowie für die Sanierung des Untergeschosses sowie der
Haustechnikinstallation im Winkel resultierten Kreditunterschreitungen von 80'928 respektive 32'140 Franken.

900'000 Franken fehleni n der letztjährigen Rechnung

Im Sommer dieses Jahres kam es zu einerAussprache zwischen dem Gemeinderat Hausen und den vier Ortsparteien FDP, CVP, SVP und GLP. Denn nicht nur die massiven Kreditüberschreitungen für den Gemeindesaal und die Mehrzweckhalle bringen Hausen in eine finanzielle Schieflage, sondern auch der Aufwandüberschuss in derletztjährigen Rechnung in der Höhe von 894'000 Franken.

Das Budget 2019 sah einen Aufwandüberschuss von 208'100 Franken vor. In den Unterlagen für die Wintergmeind werden als Gründe die erstmalige Abschreibung für die Doppel-Mehrzweckhalle in der Höhe von 526'000 Franken sowie eine massive Zunahme bei den gebundenen Aufwendungen aufgeführt.

Unter Letzteres fallen Schulgelder für Oberstufen und Berufsschulen, Pflegefinanzierung sowie Fürsorge- und Sozialhilfe. Da die Sommergmeind coronabedingt abgesagt wurde, hat der Souverän am Donnerstagabend also auch über die Rechnung sowie den Rechenschaftsbericht 2019 abzustimmen. Zudem sind fünf Einbürgerungen, zwei weitere Kreditabrechnungen sowie ein stark umstrittener Verpflichtungskredit für die Sanierung der Sooremattstrasse traktandiert.

Die beiden Verpflichtungskredite über 450'000 Franken für die Wiederinstandstellung der Flurwege und 950'000 Franken für die Erweiterung des Feuerwehrmagazins wurden jeweils um über 40'000 Franken unterschritten.

Zuerst sank der Steuerfuss, jetzt soll er um 7% steigen

Ende Oktober teilte der Gemeinderat mit, dass das Budget 2021 mit einem um 7% höheren Steuerfuss von neu 106% erstellt wurde. Ziel sei es, die zunehmende Nettoverschuldung in den kommenden Jahren auf unter 2500 Franken pro Einwohner zu reduzieren.

Auf die Jahre 2008, 2009 und 2013 wurde der Gemeindesteuerfuss in Hausen jeweils um 3% auf den Tiefstand von 97% gesenkt. Zwischen 2014 und 2018 investierte die Gemeinde rund 20 Mio. Franken ins Lindenhofschulhaus und in die neue Mehrzweckhalle. Dadurch und mit dem neuen Finanzausgleich stieg der Steuerfuss 2018 auf 99%, jetzt soll er auf 106%.