Stadtmusik

Mehrere Generationen bei der Stadtmusik Brugg – ein Klangkörper

Die Stadtmusik Brugg konzertierte in der Stadtkirche umringt von der Jugend, das kam beim Publikum sehr gut an.

Das letzte gemeinsame Konzert mit den Ensembles der Musikschule, Jugend und Junioren, liegt mehr als zwei Jahre zurück. Schon damals, nachdem Anfang 2013 Roman Brogli, der Berufsmusiker ist, weltweit Opern dirigiert und gleichzeitig als Co-Dirigent der Jugendmusik Brugg fungiert, den Taktstock übernahm, war das ein vielversprechendes und hochgelobtes Konzert. Es sollte den Nachwuchsproblemen der Brugger Stadtmusik entgegenwirken. Jetzt kam es zu einer Neuauflage.

Erstes Trainingslager im Ausland

Besonderheit 2016: Dem Auftritt des Brugger Musikernachwuchses am Samstagabend ging eine intensive Probewoche voraus, die er vom 10. bis 15. April zum ersten Mal in Rottweil, der deutschen Partnergemeinde Bruggs, verbracht hat. Dort spielten die Brugger auch ein Konzert, zusammen mit der Jugendkapelle Rottweil.

Doch von Müdigkeit war am Samstag keine Spur. Im Gegenteil – der musikalische Feinschliff am Können und die Konzerterfahrung im Deutschen liess die Jungen und Mädchen auch vor heimischem Publikum gestärkt und routiniert auftreten. Das war schon beim Juniorensemble unter der Leitung von Ursula Rechsteiner zu spüren. Zwar verlor sich die kleine Gruppe noch etwas im grossen Rund des Altarraums der Stadtkirche, dennoch rockten sie das Haus, wie ihr erster Titel hiess, gehörig. Nach drei Stücken konnte Ursula Rechsteiner dem Publikum augenzwinkernd verkünden: «Wir haben uns schon gedacht, dass euch unsere Musik gefällt und eine Zugabe mitgebracht.»

Der Nachwuchs soll sich bei den gemeinsamen Konzerten mit der Stadtmusik aktiv einbringen können. Das schlug sich auch in der Titelauswahl nieder. So legte die Jugendmusik den Schwerpunkt auf Filmhits und Musical-Klassiker wie «Star Wars», «Pirates of the Caribbean» und «Lion King». Beim kollektiven Auftritt von Junioren und Jugend mischten sich die Schwarz und Weiss der Outfits. Und auch das Rot der Uniformen der Stadtmusik schimmerte hindurch. Denn das ist das neue Konzept: In Brugg wird nicht mehr strikt nach Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen getrennt musiziert. Dort bilden die Generationen einen vereinten Klangkörper. Das ist für das Publikum reizvoll, stellt aber auch eine Herausforderung dar. Dirigent Brogli meisterte diese souverän. Mit ausgeprägtem Minenspiel und vollem Körpereinsatz hatte er das Ensemble stets im Griff.

Moderatoren mit Humor

Und er machte auch immer wieder die Bühne frei für Marco Hettiger und Thomas Pfister, die den Abend moderierten und durch charmante und offene Ansagen die Sympathien der Zuhörer gewannen – sei es beim Stück «Tequila» («Nicht zu oft einnehmen») oder beim Medley aus «Phantom der Oper»: «Wir haben zuvor alle nur erdenklichen Sicherheitsmassnahmen getroffen, es befindet sich kein Phantom in der Stadtkirche Brugg.» Die Stadtmusik selbst, wobei auch hier Jugendliche mitspielten, huldigte mit «Gruss an Bern» auch der klassischen Marschmusik und spielte mit «Malojawind» einen der grössten Schweizer Ländlerhits.

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