Bözberg/Linn
Mehr Licht: In der Sagenmülihalde werden zwei Drittel der Bäume gefällt

Der Lebensraum für lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten soll im Sagenmülital durch Holzschlag verbessert werden. Damit die lichten Waldflächen auch offen bleiben, werden in Zukunft Ziegen für die Beweidung eingesetzt – so sieht es der Kanton vor.

Louis Probst
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Stufiger Waldrand ist eines der Ziele
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Zwei Drittel der Bäume werden in der Sagenmülihalde gefällt
Schweres Gerät im Einsatz
Es geht nicht ohne Handarbeit
Förster Rolf Treier
Die Späne fliegen
Ausgelichteter Wald am Hundruggen

Stufiger Waldrand ist eines der Ziele

Claudia Meier

Im Sagenmülital zwischen Linn und Effingen hat ein neuer «Sound» Einzug gehalten. Das Heulen und Kreischen der Kettensägen übertönt das Murmeln des Baches, der durch das sonst so stille Tal fliesst. An der Sagenmülihalde, oberhalb des markanten Felsriegels, sind Mitarbeiter des Forstbetriebs Homberg-Schenkenberg im Einsatz.

Auf dem Waldweg entasten Forstwart David Schütz und Forstwart-Lehrling Loris Peter mit ihren Kettensägen den Stamm einer Weisstanne, den ihnen Hans Uhlmann mit dem mit einer Greifersäge ausgerüsteten Pneubagger sozusagen vor die Füsse gelegt hat.

«Der Wald in diesem Gebiet gehört dem Kanton», erklärt Rolf Treier, der Leiter des Forstbetriebs Homberg-Schenkenberg. «Es ist aber nicht sogenannter Staatswald. Besitzerin ist die Abteilung Landschaft und Gewässer.» In ihrem Auftrag arbeitet der Forstbetrieb Homberg-Schenkenberg für ein Projekt, bei dem es um die Vernetzung und Erweiterung von Lebensräumen für lichtbedürftige Tier- und Pflanzenarten geht.

Insgesamt erstrecken sich die forstlichen Eingriffe im Gebiet Hundrugge und Sagenmülihalde über eine Fläche von rund 2,3 Hektaren.

Licht in die Sagenmülihalde

«In der Sagenmülihalde werden rund zwei Drittel der Bäume, vor allem standortfremde Rottannen, aber auch Weisstannen und schnellwachsende Laubbäume, gefällt», erklärt Rolf Treier. «Es geht darum, Strukturen für Lebewesen zu schaffen, die auf Licht und Wärme angewiesen sind.»

Zusammen mit der dichten, dunkeln Bestockung bildet der Felsriegel in der Sagenmülihalde nicht bloss ein natürliches Engnis, sondern auch eine Barriere für viele Insekten und Pflanzen.

Durch die starke Auflichtung der Bestockung sollen sich künftig die Arten zwischen den wertvollen Wiesen im unteren Teil des Sagenmülitals und denjenigen oberhalb des Steinbruchs besser austauschen können. «Ziel ist es, diese Flächen später durch eine Beweidung mit Ziegen offenzuhalten», erklärt Rolf Treier. «Diese Beweidung ist aber ein separates Projekt für das eine Bewilligung der kantonalen Abteilung Wald erforderlich ist.»

Seltene Bäume am Hundrugge

Im Gebiet des Hundrugge mit seinem Föhren- und Orchideenbestand sind die Fällarbeiten grösstenteils bereits erfolgt. «Seltene Bäume, wie diese Elsbeeren und Mehlbeeren hier oder diesen Weissdorn, der in einer solchen Grösse sehr selten ist, blieben natürlich stehen», sagt Rolf Treier.

«Zusammen mit Sträuchern, wie Schwarzdorn, Weissdorn oder Berberitze sowie lichten Flächen, die periodisch gemäht werden, wird hier ein Mosaik entstehen, das über den stufigen Waldrand in eine extensiv bewirtschaftete Wiese übergeht. Damit entsteht eine ideale Verbindung zwischen Wald und Kulturland.»

Vom Hundruggen aus weist Rolf Treier auf den Gegenhang, zum Schiessplatz Leumli. «Auch dort haben wir, im Auftrag des Militärs, den Waldrand zurückgenommen und den Wald ausgelichtet», sagt er. So sind in diesem Gebiet viele Trittsteine für seltene Tier- und Pflanzenarten entstanden.»