Bilanz Brugger Abendrennen

Mehr Fahrer als in den letzten 5 Jahren: Radfahrerbund spürt eine grosse Dankbarkeit

Zwischen Radfahrern und Samariterposten: OK-Präsident Stefan Rauber am Abendrennen.

Zwischen Radfahrern und Samariterposten: OK-Präsident Stefan Rauber am Abendrennen.

OK-Präsident Stefan Rauber zieht nach verkürzter Abendrennen-Saison Bilanz und sagt, was es in Zukunft dringend braucht.

Kaum sind die Sommerferien vorbei, sind die Tage wieder merklich kürzer und der Herbst zieht ins Land. Zurück bleiben Erinnerungen an die wärmere Jahreszeit, in der aufgrund von Covid-19 ungewöhnlich viele Leute die Freizeit- und Sportmöglichkeiten vor der eigenen Haustüre (neu) ausloteten. So musste in Brugg nicht nur auf das Jugendfest verzichtet werden, sondern auch die Durchführung der traditionellen Abendrennen stand zeitweise auf der Kippe.

Während der Sommermonate gehört der Geissenschachen am Mittwochabend schon seit 54 Jahren den Gümmelern. Hier fahren angefressene Radsportler vom Junior bis zum Profi – meistens vor treuem Publikum – ihre 960 Meter langen Runden. Organisator ist der Radfahrerbund Brugg. Anstatt wie gewohnt im Mai startete die Rennsaison erst am 1.Juli. Teilnehmen konnte dieses Jahr nur, wer sich bis zwei Tage vor dem Rennen angemeldet hatte.

Auf der Tribüne sassen nur Betreuer und Angehörige

Nach acht Rennen, die alle ohne Zuschauer und Festwirtschaft durchgeführt wurden, holte Vorjahressieger David Amsler aus Auenstein erneut den Gesamtsieg. Mit einer durchschnittlichen Geschwindigkeit von 48,214 km/h war das letzte der 50 Runden umfassenden Hauptrennen, bei dem am 19.August zwei Frauen mitfuhren, das schnellste der Saison. Auf der Tribüne verfolgten Betreuer und Angehörige das Rennen. Platzspeaker André Keller übertrug den Anlass live auf Facebook. Keller ist nicht nur ehemaliger Präsident des OK Abendrennen, sondern auch des Radfahrerbunds.

Dass die Abendrennen unter den aussergewöhnlichen Umständen überhaupt stattfinden konnten, sei den Sponsoren sowie dem Swisslosbeitrag aus dem Sportfonds Aargau zu verdanken, lautet die Bilanz von Stefan Rauber aus Riniken. Der 46-Jährige ist seit 2004 für das Rennprogramm zuständig. Und seit fünf Jahren steht er dem OK Abendrennen als Präsident vor. Da es während aller Rennen nie regnete, wäre die diesjährige Saison – ohne Covid-19, dafür mit viel Publikum – laut Speaker André Keller als besonders erfolgreiche in die Geschichte eingegangen.

Mehr Radsportler als in den letzten fünf Jahren

Doch das Betreiben einer Festwirtschaft mit einem Corona-Schutzkonzept wäre zu aufwendig gewesen, erklärt Stefan Rauber. Auch wenn diese Einnahmequelle nun fehlt, dürfte sich das Loch in der Abendrennen-Kasse in Grenzen halten. «Wir werden nicht verhungern. Pro Abend holten wir das Geld rein, das wir brauchen», fährt der OK-Präsident fort.

Neben Sponsoren- und Swisslosbeiträgen hoffen die Organisatoren auf zusätzliche Gelder vom Bund, der den Breitensport in der Coronakrise ebenfalls unterstützt. «Uns wird es also weiterhin geben», sagt der OK-Präsident optimistisch. Obwohl in den 80er- und 90er-Jahren mehr Profifahrer als in den letzten Jahren an den Abendrennen teilnahmen, werde die Trainingsmöglichkeit in Brugg von den Radsportlern nach wie vor sehr geschätzt. Vom ersten Rennen an hatte es dieses Jahr mit jeweils 100 bis 120 Fahrern pro Abend in den vier Kategorien mehr Teilnehmer als in den letzten fünf Jahren. «Wir spüren eine grosse Dankbarkeit», sagt Rauber. Die Brugger Abendrennen seien auch bei den Junioren, bei denen dieses Jahr erfreulich viele Mädchen mitfuhren, sehr beliebt und aufgrund der ausserkantonalen Teilnehmenden mit Schweizer Meisterschaften auf dieser Stufe vergleichbar.

Zusätzliche Helfer für den Aufbau gesucht

Sorgen bereitet Stefan Rauber hingegen, dass die Arbeit im OK und bei der Durchführung der Rennen auf immer weniger Schultern verteilt werden kann, weil zunehmend OK-Mitglieder und Helfer fehlen. «Jedes Rennen ist ein Kraftakt. Dieses Jahr standen pro Abend etwa 20 Helfer im Einsatz», hält er fest.

«Für die nächste Saison suchen wir dringend zusätzliche Helfer. Vor allem fürs Aufstellen ab 16Uhr wären rüstige Rentner sehr willkommen.» Dieses Jahr packte Stefan Rauber jeweils selber bereits um 16Uhr mit an. «Möglich war das nur, weil ich aufgrund von Corona im Homeoffice arbeitete und mir die Zeit selber einteilen konnte.»

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