«Das isch es rächts Gschirr», meint ein beeindruckter Besucher. Das «Gschirr» – ein blauer Landini-Traktor aus dem Jahre 1981 – nimmt sich zwar durchaus imposant aus. Im Vergleich zu den Traktoren, die heutzutage im Einsatz stehen, wirkt er aber geradezu zierlich. Die an die 500 Traktoren, die zum 5. Internationalen Landmaschinen-Oldtimer-Treffen in Effingen aufgefahren sind, vermitteln denn auch einen Eindruck von der Entwicklung in der Landtechnik.

Landmaschinen-Oldtimer-Treffen in Effingen

Landmaschinen-Oldtimer-Treffen in Effingen

Neben den zahlreichen Bührer- und Hürlimann-Traktoren sind viele Raritäten zu bewundern. So etwa der Dreirad-Traktor, der von der Schweizerischen Lokomotiv- und Maschinenfabrik Winterthur gebaut worden war. Oder ein eindeutiges Sammlerstück wie der Belarus aus dem Jahre 1946. Natürlich fehlen auch die Lanz Bulldogs mit ihren Einzylinder-Glühkopf-Motoren nicht. Neben den grossen Traktoren hat sich die Einachs-Fraktion mit ihren Rapids, Aebis, Grundern und natürlich Buchern eingefunden. Der legendäre Bucher KT 10 weckt dabei Jugenderinnerungen.

Eindrücklich führen sie das alte Handwerk vor

Die Freunde alter Landmaschinen Region Aargau stellen Traktoren vor, die im Aargau gebaut worden sind. So etwa einen Neuhaus-Autotraktor aus den Vorkriegsjahren, der auf einem Ford-A-Personenwagen aufbaut, oder einen Geräteträger der Marke Schwarz. Wie der Beschreibung zu entnehmen ist, hatten Hans und Fritz Schwarz, zusammen mit dem Lehrling, den ersten dieser Traktoren 1956 in ihrer Schmiede in Villigen gebaut.

Es gibt aber viel mehr zu bestaunen als alte Traktoren. Gezeigt wird auch altes Handwerk. Die Drescherburschen Estelberg dreschen wie einst. Martin Albrecht und seine Mannschaft haben ihr «Sumiswalder-Sägeli» aufgebaut und demonstrieren, wie mit dieser genial einfachen, transportablen Gattersäge, die über einen langen Riemen von einem Traktor angetrieben wird, aus Baumstämmen Balken und Bretter gesägt wurden. Auch die fahrbare Brennholzsäge gibts noch. Sie ruft die längst entschwundene Zeit in Erinnerung, als sie zum Zersägen der sogenannten «Bürger-Knebel» in den Dörfern zirkulierte. Damals. Als es noch den «Ortsbürgernutzen» gab, das Gratis-Brennholz aus dem Wald der Ortsbürgergemeinden.

Andere Welt: Agromodelle für Jung und Alt

Die Welt der ferngesteuerten Agromodelle hat erstmals im Festzelt Einzug gehalten. Auf einer riesigen, liebevoll gestalteten Landschaft zeigen die ferngesteuerten Modelle und ihre Fahrer, was sie drau haben. Sogar Pistenfahrzeuge auf Sägemehl sind im Einsatz. Und draussen vor dem Festzelt löschen Modell-Feuerwehrfahrzeuge einen richtigen Brand.

Hier findet das Leben auch wieder in Echt-Grösse statt. Der Motor eines siebzig Jahre alten Landini-Traktors wird mit einem Gasbrenner vorgeglüht. Nach einigen Drehs am grossen Schwungrad kommt der Motor in Gang. Mit dem Selbsthalterpflug im Schlepp setzt sich der Traktor in Bewegung.