Brugg

Mehr als 900'000 Franken: Für so viel Geld will die Stadt bei der Informatik aufrüsten

Bei der Informatik-Infrastruktur besteht gemäss Stadtrat grosser Handlungsdruck (Symbolbild).

Bei der Informatik-Infrastruktur besteht gemäss Stadtrat grosser Handlungsdruck (Symbolbild).

Der Brugger Einwohnerrat entscheidet über 903'000 Franken für die Erneuerung der Backend-Infrastruktur.

Bei der Informatik-Organisation der Stadt Brugg besteht Handlungsbedarf: Verschiedene Komponenten sind veraltet, die Serverräume nicht mehr zeitgemäss eingerichtet. Für die umfassende Erneuerung der Informations- und Kommunikationstechnik – kurz: ICT – rechnet der Stadtrat mit 903'000 Franken, für die Miete von Racks in einem Datacenter mit jährlich wiederkehrenden Mietausgaben von 43'000 Franken. Über die beiden Beträge entscheidet der Einwohnerrat an seiner nächsten Sitzung am Freitag, 6. März.

Mit den geplanten Massnahmen werde die Leistungsfähigkeit und Sicherheit der sogenannten ICT-Backend-Infrastruktur erhöht, die in zwei Serverräumen in zwei verschiedenen Gebäuden installiert ist, hält der Stadtrat fest und spricht von einem grossen Handlungsdruck, aber auch von einer Chance für eine gute, zielgerichtete Gesamterneuerung. Kein Bestandteil des Projekts sind die rund 150 Arbeitsplätze der Verwaltung mit Computern, Peripheriegeräten und Programmen, also die sogenannte Frontend-Infrastruktur.

In den letzten Jahren ist es zu Investitionsstau gekommen

Die ICT sei für Dienstleistungsbetriebe wie die Stadtverwaltung von immenser Wichtigkeit, hebt der Stadtrat hervor. Ein Ausfall hätte unmittelbare Auswirkungen. Auch der Verband Soziale Dienstleistungen habe als Kunde der Stadt einen berechtigten Anspruch auf eine Versorgung in genügender Qualität hinsichtlich Performance, Ausfallsicherheit und Datenschutz.

«Daher soll die Stadt Brugg über eine gute, sinnvolle, aber auch wirtschaftliche ICT-Infrastruktur verfügen.» In den letzten Jahren sei bei der Backend-Infrastruktur ein Investitionsstau entstanden. Jetzt müssten aus diesem Grund mehrere Massnahmen auf einmal beantragt werden.

Rückblick: Im vergangenen November verabschiedete der Stadtrat die ICT-Strategie für die Jahre 2020 bis 2024. Der Bevölkerung und der Wirtschaft, lautet das Ziel, sollen vermehrt digitale Dienstleistungen angeboten werden. «Die Digitalisierung ermöglicht Effizienzsteigerungen und Qualitätsverbesserungen bei den Verwaltungsabläufen», führt die Behörde aus. Überprüft wurde, ob eine vollständige Ausgliederung der ICT-Backend-Infrastruktur eine Option für Brugg ist

Der Stadtrat hat entschieden, mittelfristig am bisherigen Konzept mit einer eigenen Infrastruktur festzuhalten, denn: «Die Stadtverwaltung ist eine sehr heterogene Organisation mit unterschiedlichsten Prozessen. Daher sind viele spezielle Fachapplikationen im Einsatz», heisst es in der Botschaft an den Einwohnerrat.

Verbessert werden Brandschutz und Stromversorgung

Konkret vorgesehen ist, im Serverraum «Kornhaus» die bestehenden Racks zu ersetzen sowie den Brandschutz, die Stromversorgung und die Klimatisierung zu verbessern. Im Serverraum «Alte Post» ist aus Platzgründen kein Ausbau möglich. Ein Alternativ-Standort konnte nicht gefunden werden. Gemäss Stadtrat hat sich gezeigt, dass die Miete von Racks in einem kommerziell betriebenen Rechencenter – in Kombination mit dem eigenen Serverraum – aktuell die beste Lösung ist.

Erneuert werden soll zudem das Core-Netzwerk. Bei den Glasfaserverbindungen sind Komponenten im Einsatz, deren technisches Lebensende erreicht ist. Kurz: Das Core-Netzwerk sei ein Schwachpunkt, so der Stadtrat. Verläuft alles reibungslos, wird das Projekt in diesem Jahr umgesetzt und bis Ende November abgeschlossen.

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Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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