Brugg

Medizinisches Zentrum: Ausbau ja – aber keine Experimente

Klare Ansage: MZB-Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner (Mitte) an der Generalversammlung. Foto: lp

Klare Ansage: MZB-Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner (Mitte) an der Generalversammlung. Foto: lp

Generalversammlung der Aktiengesellschaft Medizinisches Zentrum Brugg. Die Anerkennung des Medizinischen Zentrums Brugg als Spital erlaubt, dass man sich beim Kanton um Leistungsaufträge bewirbt.

«Sowohl in Bezug auf die Leistung als auch auf die geografische Einbettung liegt das Medizinische Zentrum Brugg richtig», betonte Otto H. Suhner, der Präsident des Verwaltungsrates an der Generalversammlung der Medizinisches Zentrum Brugg AG.

Er stützte sich dabei auf eine Studie der CS, aus der die starke Verschiebung von der stationären zur ambulanten Behandlung, aber auch die sehr unterschiedliche Dichte der medizinischen Versorgung in den einzelnen Kantonen hervorgeht. «Es gilt, ernsthaft über die grundsätzliche Ausrichtung der medizinischen Versorgung nachzudenken, erklärte er. «Dabei kann die Lösung nicht in mehr Staat und Planwirtschaft, sondern nur im Wettbewerb und im Markt liegen. Das Medizinische Zentrum Brugg ist ein Beispiel dafür. Mit 30 Belegärzten und etwa gleichviel Personal leistet es Beachtliches.

Seit Bestehen des Zentrums sind mehr als 10000 Patientinnen und Patienten behandelt und im vergangenen Geschäftsjahr sind mehr als 3000 Behandlungen und Eingriffe vorgenommen worden. Und das alles ohne staatliche Subventionen. Wir haben aber keine Zeit, uns auszuruhen. Wir müssen schlicht noch besser werden.»

Dass es für das Medizinische Zentrum Brugg – das MZB – tatsächlich kein Ausruhen gibt, unterstreichen die Ergebnisse des ersten Quartals des laufenden Geschäftsjahres. Die Zahl der Eingriffe ist gegenüber dem Vorjahr zwar leicht gestiegen. Dabei hat sich das Schwergewicht aber von der Augenchirurgie zur Schmerztherapie verlagert – mit den entsprechenden Folgen auf die budgetierten Zahlen. Otto H. Suhner: «Das erste Quartal ist nicht ganz so verlaufen, wie wir uns das vorgestellt haben. Die Aussichten sind aber durchaus intakt.»

Sicher kein Spital wie einst

«Das vergangene Jahr war ein Schlüsseljahr für das Medizinische Zentrum Brugg», erklärte Rainer Klöti, der Vizepräsident des MZB-Verwaltungsrates. «Es hat sich gezeigt, dass der Verwaltungsrat die Zeichen der Zeit erkannt hat. Es gehört auch zu den Aufgaben eines Verwaltungsrates, Entwicklungsmöglichkeiten auszuloten. Die Überlegungen des Verwaltungsrates des MZB gehen in die Richtung eines Ausbaues des ambulanten und kurzstationären Angebotes.

Die Anerkennung des Medizinischen Zentrums Brugg als Spital erlaubt, dass wir uns beim Kanton um Leistungsaufträge bewerben. Das heisst aber nicht, dass wir das Rad der Zeit zurückdrehen und ein Bezirksspital eröffnen wollen. Der Verwaltungsrat will sich auf keine Experimente einlassen. Die Kraft soll primär für das Wohl der Patientinnen und Patienten eingesetzt werden und nicht für gesundheitspolitische Experimente.» Das MZB strebt aber auch eine bessere Vernetzung mit den Grundversorgern an. «Der Verwaltungsrat setzt daher die Priorität auf das Projekt einer Grundversorgungspraxis mit erweiterten Öffnungszeiten», betonte Rainer Klöti.

«Vor rund sechs Jahren haben die Verantwortlichen aus Aarau unseren Bezirksspital geschlossen», stellte Otto H. Suhner fest. «Dabei konnte nachweislich kein einziger Franken eingespart werden. Wir werden aber nicht locker lassen, bis die Spitaltafel wieder montiert werden kann. Es wird jedoch kein Spital geben, wie es einst eins gegeben hat. Um dieses Ziel erreichen zu können, sind drei Schritte nötig: die Betriebsbewilligung als Spital: Die haben wir. Ein Platz auf der Spitalliste: Um den werden wir uns bewerben. Und eine Gemeinschaftspraxis der Grundversorger: Dieses Projekt wollen wir vorantreiben. Diese drei Schritte bringen uns dem Spitalgedanken näher. Wir werden aber keine Experimente eingehen.»

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