Campus-Passage
Mausloch darf nicht Mausloch bleiben

Sind die Chancen für das Projekt Campus-Passage in Brugg noch intakt? Eine Interpellation der SP-Fraktionen soll Klarheit schaffen.

Louis Probst
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Spätestens seit dem «Verzögerungs-Referendum» zu den Campusbauten ist es auch um die Campus-Passage still geworden. Zu still finden die SP-Fraktionen der Einwohnerräte Brugg und Windisch.

Immerhin kommt dieser Campus-Passage – zu der die bestehende Unterführung im Bahnhof Brugg aufgewertet werden soll – als Tor zum FH-Campus und als Verbindung zwischen Brugg und Windisch eine erhebliche Bedeutung zu.

Das grosse Schweigen und Warten

Die lange Funkstille in Sachen Campus-Passage – im November 2009 hatte der Brugger Stadtrat über das Projekt informiert und dabei auf «äusserst schwierige Verhandlungen zur Kostenteilung» hingewiesen – hat jetzt die SP-Fraktionen veranlasst, mit einer Interpellation an die Exekutiven von Brugg und Windisch zu gelangen.

Vom Brugger Stadtrat möchten die Interpellanten wissen, wie er die Chancen für das Projekt Campus-Passage beurteilt; ob er die Beurteilung teile, dass dieses Projekt «für Brugg und Windisch von zentraler Bedeutung» ist, und ob die SBB, als wichtiger Partner, «ihre Rolle wahrnehmen und sich namhaft am Ausbau der Campus-Passage beteiligen» würden. Aufs Tapet kommt aber auch die Frage nach der finanziellen Beteiligung des Kantons und der Grundeigentümer. Die Interpellanten machen dabei geltend, dass die Campus-Passage Teil einer kantonalen Radroute sei, die vom Grossen Rat beschlossen wurde, und dass sich die Sektion öffentlicher Verkehr des Kantons «üblicherweise mit namhaften Beiträgen an wichtigen Bahnhofausbau-Vorhaben beteilige.

Und sie erinnern an die Infrastrukturverträge, die mit den Grundeigentümern im Campus-Perimeter abgeschlossen worden sind. Die Interpellanten stellen aber auch besorgt fest: «Ist dem Stadtrat bewusst, dass die 4,14 Millionen Franken aus dem Agglomerationsprogramm unwiderruflich verloren gehen, falls das Projekt nicht rechtzeitig erstellt wird?» Und zu guter Letzt stellen sie dem Stadtrat die Bekenntnisfrage: «Ist der Stadtrat bereit, sich mit aller Kraft für eine rechtzeitige Umsetzung des Projekts Campus-Passage einzusetzen, damit aus dem Mausloch wenigstens eine menschenwürdige Passage wird.»

Zentraler Teil der Vision Mitte

«Die Verbesserung der Fuss- und Radwegverbindungen zwischen Brugg und Windisch war immer ein wichtiger Bestandteil der Vision Mitte», betonen die SP-Fraktionen in der Begründung ihrer Interpellation. «Dazu gehören die Verlängerung der mittleren Unterführung und der Busbahnhof Süd. Dazu gehört aber auch die Verbreiterung des Mauslochs der so genannten Hauptunterführung. Aus Kostengründen ist das Projekt aber laufend redimensioniert worden. Neuerdings verdichten sich die Hinweise, dass die Campus-Passage akut gefährdet ist und die Finanzierung nicht gesichert werden kann. Würde das Vorhaben fallen gelassen, gehen den Standortgemeinden aber auch die 4,14 Millionen Franken aus dem Agglomerationsprogramm des Bundes verloren. Für die Bewohner von Brugg und Windisch ist dieses Teilprojekt der Vision Mitte jedoch zentral.»