Brugg
Martini Treff: «Führen – das ist die Herausforderung»

Ruft Paul Stalder, Leiter KMU Region Brugg, zum Martini-Treff, strömen die Unternehmer herbei. Über 200 waren es diesmal, die in der Trotte Platz nahmen, um sich mit dem Thema Gesundheit auseinanderzusetzen. Ein Rekordaufmarsch.

Elisabeth Feller
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Gebannt lauschen die Gäste dem Referat des Arztes Dieter Kissling
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Martini-Treff
Landammann Susanne Hochuli spricht über Gesundheit
Organisator Paul Stalder freut sich über den Besucheraufmarsch

Gebannt lauschen die Gäste dem Referat des Arztes Dieter Kissling

Chris Iseli

Die stilvolle Trotte dürfte möglicherweise schon 2013 zu klein werden, weshalb laut über die Frage nachgedacht wird: «Ist der Campussaal eine Option?» Dieser wird im Herbst 2013. «Aber», so Stalder, «das wäre dann eine andere Lage.» Soviel zur Örtlichkeit.

Doch nun zum Thema. In diesem Jahr stand beim Martini-Treff die Frage im Zentrum: Was macht Mitarbeitende krank? Was können Betriebe tun, um Kranke zu vermeiden? Der Arzt Dieter Kissling, Leiter Institut für Arbeitsmedizin in Baden, brachte es in seinem fulminanten Referat früh auf den Punkt: «Führen - das ist die Herausforderung.» Zuvor hatte Kissling auf Studien verwiesen, die eine deutliche Sprache im Hinblick auf die zunehmende Stressbelastung von Mitarbeitenden sprechen. «2010», so Kissling, «sind allein 6504 Menschen wegen einer psychischen Erkrankung in Rente geschickt worden.» Weitere Studien belegen, dass eine verminderte Anerkennung und Wertschätzung am Arbeitsplatz zu gravierenden gesundheitlichen Themen führen kann. Kissling: «Wessen Arbeit nicht gewürdigt wird, stirbt früher.»

Frau Landammann Susanne Hochuli und Paul Stalder (Organisator, Leiter KMU Region Brugg) Hochuli: «Ich werde darüber sprechen, dass das Gesundheitswesen ein riesiger Arbeitgeber ist.» Stalder: «Ich bin hier, um Networking zu betreiben und um unser Gewerbe besser bekannt zu machen.»
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Kathrin Kalt (Betriebsleiterin des Campussaals, links), Brigitte Schynder (alt Gemeindeammann Hausen) Kalt: «Hier lerne ich künftige Kunden kennen, die für den Campussaal interessant sein könnten.» Schnyde: «Das Thema Gesundheit ist spannend und wird uns weiter intensiv beschäftigen.»
Dorina Jerosch (Brugger Stadträtin) und Markus Büttikofer (Gemeindeammann Birr) Jerosch: «Gesundheit ist ein Gebiet, das mich schon von meiner Aufgabe als Stadträtin interessiert. Netzwerken – genau das mache ich heute.» Büttikofer: «Kurz und bündig: Austausch, Politik, Wirtschaft und gute Leute treffen.»
Martin Wehrli (Stadtrat Brugg, links) und Hanspeter Scheiwiler (Gemeindeammann Windisch) Wehrli: «Zum Gesundheitswesen werden wir sicher einiges, gerade im Hinblick auf die Zukunft, erfahren.» Scheiwiler: «Ich erwarte heute vor allem Gespräche. Und dann Humor.»
Anton Lauber (Präsident Förderverein Campussaal, links), Urs Widmer (Leiter Private Banking NAB Brugg) Lauber: «Als frischgebackener Präsident des Hightech-Zentrums freue ich mich darauf, heute Abend KMU-Betriebe der Region kennen zu lernen.» Widmer: «Vor allem Netzwerken ist am Martini-Treff 2012 in Villigen wichtig.»

Frau Landammann Susanne Hochuli und Paul Stalder (Organisator, Leiter KMU Region Brugg) Hochuli: «Ich werde darüber sprechen, dass das Gesundheitswesen ein riesiger Arbeitgeber ist.» Stalder: «Ich bin hier, um Networking zu betreiben und um unser Gewerbe besser bekannt zu machen.»

Chris Iseli

Immer wieder appellierte der Arzt an die Anwesenden: Führungskräfte müssten Menschen mögen und: «Wer Menschen führt, muss sich dafür Zeit nehmen.»

Für Frau Landammann Susanne Hochuli ist das Thema Gesundheit ein Herzensanliegen. Sie ging nur kurz auf das omnipräsente Thema der Kostenentwicklung ein. Für einmal, so die Regierungsrätin, wolle sie das Gesundheitswesen «von einer anderen Seite zeigen. Es soll nicht nur davon gesprochen werden, was kostet, sondern auch, was es bringt»: Eine medizinische Versorgung nämlich, die man laut Hochuli zwei Flugstunden von der Schweiz entfernt bereits suchen müsse. Die Topversorgung hat jedoch ihren Preis - und das auch im Hinblick auf all jene, die darin beruflich involviert sind. Rund 12 Prozent der Bevölkerung sind im Gesundheitswesen beschäftigt; die Wertschöpfung beträgt 9,9 Milliarden Franken. Für die Regierungsrätin ist aber klar: «Wir müssen vom unkritischen Leistungskonsum weg.»

Das Thema Gesundheit wurde danach in einem Podiumsgespräch weitergesponnen und vertieft. An diesem nahmen Frau Landammann Susanne Hochuli, Ruth Humbel (Nationalrätin), die Ärzte Dieter Kissling und Hans-Ulrich Iseli (Präsident Aargauischer Ärzteverband) sowie Michael Müller (Mitglied der Konzernleitung Baloise Group und CEO des Konzernbereichs Schweiz teil. Schliesslich rundete Claudio Zuccolini den Anlass ab: Der Stand-up Comedian aus dem Bündner Land riss mit einer witzig-gepfefferten Show mit - Lachen ist ja so gesund.