Brugg
Marisa Krieg am Rutenzug Brugg: «Weshalb soll ein Traum ein Traum bleiben?»

Im Brugger Festkalender gibt es einen Höhepunkt – das Jugendfest. Dazu gehört auch eine stimmungsvolle Morgenfeier im Freudenstein. Die Musicaldarstellerin Marisa Krieg holte am Donnerstag mit einer packenden Rede die Jugendfestgemeinde ab.

Elisabeth Feller
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Weiss und Rot - eine perfekte Farbkombination
23 Bilder
Was für ein Anblick - die Buben tragen die Ruten
Warten auf das, was kommen wird
Villnachern war dieses Jahr Gastgemeinde
Und immer wieder - Blumen, Blumen
So viele Zuschauer - und sie sind mittendrin
Tambouren gehören zum Rutenzug einfach dazu
Sie gibt den Takt vor
Konzentiert - der Lehrer und Politiker Titus Meier
Immer wieder schön - die weiss gekleideten Mädchen mit Blumensträusschen
Ihnen macht das Fest offensichtlich Spass
Gut gelaunt ist Stadtrat Leo Geissmann
Gut behutet ist das Jugendfest noch schöner
Grosse Zuschauerkulisse bei der Morgenfeier im Freudenstein
Endlich geht er los, der Rutenzug
Festrednerin Marisa Krieg und Fussballfan Louan
Ein schönes Jugendfest wünscht Stadtammann Daniel Moser allen
Diese drei Schönen haben gut lachen
Das Victory-Zeichen macht sich auch bei der Morgenfeier gut
Das sieht doch wirklich imponierend aus
Auch ich hatte einen Traum, sagt Musicaldarstellerin Marisa Krieg an der Morgenfeier
Applaus gibt es für die Stützpunktfeuerwehr
Marisa Krieg am Rutenzug Brugg: «Weshalb soll ein Traum ein Traum bleiben?»

Weiss und Rot - eine perfekte Farbkombination

Michael Hunziker

Als sie sechs Jahre alt ist, entdeckt sie das Theater. Sie spielt das Häschen in einem Ballett auf der Bühne des Kurtheaters Baden. Seither ist die heute
29-jährige Brugger Musicaldarstellerin Marisa Krieg dem Gesang, Tanz und Schauspiel verfallen.

Wie sehr, merkt man ihr bei der Morgenfeier im Freudenstein an. Sie kommt in Begleitung von zwei Kindern: Sarah, «die mich lotst, damit ich heute nicht verloren gehe» und Louan, der Fussballprofi und «Halbfranzose», der beim FC Brugg spielt, für immer dort bleiben möchte, obwohl er Marisa Krieg im Vorgespräch gesagt hat, dass er gerne an einer Fussball-WM teilnehmen möchte. Fussball ist das Stichwort.

Die vor Energie nur so sprühende Marisa Krieg ergreift das Mikrofon und ruft in die Runde:

«Ich freue mich wahnsinnig, hier zu sein. Mir fällt ein Stein vom Herzen. Dass ihr überhaupt da seid.» Letzte Woche hätten alle gestresst gewirkt, vor allem am Abend – die Fussball-WM eben.

«Weshalb alles hinschmeissen?»

«Wer wird Weltmeister?», fragt die junge Frau lachend und hält die Kopie des goldenen WM-Pokals in die Höhe. Hände schnellen in die Höhe – es gibt im Publikum Brasilien-Fans. Marisa Krieg wendet sich an Louan: «Können wir alle damit rechnen, dich irgendwann einmal an einer Fussball-WM zu sehen?» Er ist noch unsicher, aber Marisa Krieg weiss, dass er davon träumt. «Ich hatte auch einen Traum, nämlich Tanzen und Singen – auf der Bühne stehen.» Knapp vor der Matur fährt sie nach Hamburg zur Aufnahmeprüfung an eine Musicalschule. «Als ich die Schule betrat, dachte ich sofort: Wow!»

Die Bruggerin erzählt lebhaft und gestenreich. Sie habe vieles gemacht an dieser Prüfung und sei dann am zweiten Tag ins Büro der Schulleitung gebeten worden. «Dort hat man mir gesagt: ‹Herzlichen Dank, Marisa. Du bist von weither gereist. Aber wir können dich leider nicht aufnehmen.› Das war es – halt nur ein Traum.»

O, stöhnt das Publikum im Freudenstein leise auf – das darf nicht wahr sein. Also, so Marisa Krieg, habe sie ein Studium aufgenommen, aber dann habe sie sich gefragt: «Weshalb alles hinschmeissen? Weshalb soll ein Traum ein Traum bleiben.» Sie habe sich weiter gefragt: «Was sind das für Menschen, die sich einen Traum erfüllen?» Und auf die derzeitige Fussball-WM bezogen: «Jeder, der eine WM gewinnt, hat schon einmal verloren. Doch er macht weiter. Alle, die jetzt an der Weltmeisterschaft in Brasilien teilnehmen, haben eines gemeinsam: Es sind Kämpfer. Deshalb ist es ihnen wichtig, weiterzu machen. Ihr alle habt doch auch Träume?»

Ringsum blicken sich die Kinder und Jugendlichen an und nicken – Marisa Krieg hat ihr Publikum mit ihrer lebensnahen Rede längst abgeholt. «Wenn einem etwas wichtig ist, lohnt es sich, dafür zu kämpfen. Ich wünsche euch einen spannenden Weg.» Starker Applaus begleitet die Festrednerin, als sie das Podium gemeinsam mit Sarah und Louan verlässt.

«Das hat sie gut gemacht», sagt eine Heimwehbruggerin. Danach erübrigt sich jedes Wort. Nur eines darf und muss noch sein: Das Brugger Lied.

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