Zum kulturellen Höhe- und Glanzpunkt des Jubiläums 50 Jahre katholische Pfarrei, Kirche und Kirchenchor wurde das vom Reformierten und Katholischen Kirchenchor mit insgesamt gegen 60 Sängerinnen und Sängern gemeinsam bestrittene Konzert. Wesentlich mitgetragen und bereichert wurde dieses von den wunderschönen Stimmen der Solistinnen Judith Imhof, Sopran, und Johanna Ganz-Kühnis, Alt, dem bestens besetzten Ad-hoc-Orchester unter Leitung von Sonja Jungblut und dem Organisten Tobias Willi.

Die Leiterin Veronika Kühnis hatte ein Programm zum Thema Magnificat zusammengestellt, das sich nahtlos und eindrücklich zu einem Ganzen zusammenfügte. Es war ein aussergewöhnliches Konzert, das schon aussergewöhnlich begann: Der Chor eröffnete es mit Standortwechseln bei dem von Jacques Berthier für Taizé verfassten Magnificat. Ebenfalls aussergewöhnlich: In den ganzen Programmablauf eingestreut waren speziell für diesen Anlass verfasste tiefsinnige Meditationen und Betrachtungen der Theologin Li Hangartner zum Leben und Wirken von Maria, zu ihrem bisher nicht erfüllten Traum von Gerechtigkeit in der Welt, zu ihrem Aufbäumen in Gestalt vieler anderer Frauen: «Und sie ist es bis heute».

Die deutsche Version des Magnificats von Cesare de Zaccaria berührte im Wechsel von Solostimme und vierstimmigem Chor, worauf der Organist Tobias Willi mit der Fuge «Meine Seele erhebt den Herren» von J. S. Bach einen weiteren Glanzpunkt setzte. Das Herzstück des Konzertes war der Lobgesang Marias, das «Magnificat anima mea Dominum» («Meine Seele preist die Grösse des Herrn») von Antonio Vivaldi. Chor, Solistinnen und Orchester meisterten auch dieses zu den Grundtexten des Christentums zählende Werk – ergänzt mit gefühlvollen Orgelimprovisationen – auf bravouröse Weise.

Mit Standing Ovations bedankte sich das zahlreich aufmarschierte Publikum für das gebotene «Gesamtkunstwerk». Dass es im ökumenischen Geist zustande kam, verdient eine besondere Erwähnung. Selbst die beiden reformierten Pfarrer Edlef Bandixen und Peter Weigel waren mit von der Partie, der eine im Chor, der andere im Orchester. Und Christof Metz hatte als Leiter des Ref. Kirchenchores die vorgängige Einstudierung übernommen.

Der abschliessende Apéro im Kirchgemeindehaus war nochmals aussergewöhnlicher Natur: Die Sängerinnen und Sänger hatten eigenhändig feines Apérogebäck zubereitet und tischten dieses als Dankschön an die Besucher auf.