Der Titel des neuen Albums von Marc Sway und Band, «Way Back Home», hat mit Brugg einen grossen Zusammenhang. Drei Tage lang im Salzhaus zu proben und dort das allererste Konzert zu geben, bevor die ausgedehnte Schweiz-Tournee startet, ist für den 39-Jährigen auch eine Art «Weg zurück nach Hause». «Im Salzhaus habe ich schon gespielt, als ich noch ganz jung war. Mittlerweile ist es für mich ein total vertrauter Ort geworden, an dem ich mich wohlfühle», meint Sway im Interview und zeigt sein unverkennbares breites Lachen.

Hinzu kommt, dass Schlagzeuger Simon Kistler und Gitarrist Jeremy Baer waschechte Brugger sind. «Der Salzhaus-Verein und wir sind mittlerweile zu einer Familie zusammengewachsen», meinen alle einstimmig. Um zu testen, wie die teilweise noch nie gehörten Songs ankommen, wurden die Medienleute aus der ganzen Schweiz zu einem exklusiven Showcase ins atmosphärische und altehrwürdige Kulturlokal geladen.

In Schlieren und Rio aufgenommen

«Way Back Home» erscheint am 12. April. Bereits in die Gehörgänge eingenistet hat sich die Single-Auskoppelung «Beat Of My Heart». Den neuen Tonträger hat Sway in Schlieren und Rio aufgenommen. «Ich hatte in Brasilien die Gelegenheit, mit den weltbesten Perkussionisten zusammenzuarbeiten», berichtet er im Salzhaus stolz.

So rhythmisch wie nie kommen die Songs deshalb daher und fahren direkt in die Glieder. Leuchtende Pendel schwingen auf der Bühne hin und her und Marc Sway singt von «Saudade», dem portugiesischen Wort für Sehnsucht. Ein Gefühl, das der Brasil-Schweizer (die Mutter stammt aus Brasilien) bestens kennt. «Ich bin in zwei verschiedenen Kulturen zu Hause und das Thema Weggehen und Heimkommen hat mich stark geprägt. Deshalb sind die Lieder auch sehr emotional geworden», meint Sway nach seinem Auftritt. Welche seiner zwei Ursprungsländer bevorzugt er? «Mittlerweile liebe ich beide. Mit allen Ecken und Kanten», verrät er und lacht wieder.

Marc Sway am 14. März 2019 im Brugger Salzhaus:

Er ist bodenständig geblieben

Der Titelsong «Way Back Home» ist eine melodiöse Ballade mit mehrstimmigem Gesang. Auf der Bühne immer mit dabei: seine Schwester Carmen, die als Backgroundsängerin zur hochkarätigen Band gehört. Sehr zugänglich sind alle neuen Stücke, ohne jemals belanglos zu werden. Dazu kommt Sways unverkennbare Soul-Stimme, über die er in einem Interview im Radio SRF 3 einmal sagte: «Gott hatte einen guten Tag, als er mir diese Stimme gab.»

An «Severina», Marc Sways absoluten Überhit aus dem Jahr 2008, mögen sich die einen oder anderen etwas überhört haben. Doch dieser bekundet mit entwaffnendem Charme: «Ich habe den Titel für meine Frau geschrieben und ihr versprochen, ihn jeden Abend zu singen.» Eine der ganz grossen Stärken des Sängers ist, dass er trotz des Erfolgs absolut authentisch und bodenständig geblieben ist. Das bestätigt auch Hugo Mauchle, der ihn seit sechs Jahren managt und in- und auswendig kennt. Ebenfalls am Showcase für die Medien dabei war die angesagte Jungköchin Nadia Damaso, die mit ihrem Buch «Eat Better Not Less» Furore macht. Sie steuerte zum Booklet von «Way Back Home» ein paar Rezepte aus der brasilianischen Küche bei.