Ein 29-jähriger Mann war am Sonntagabend gegen zehn Uhr mit der Wynen- und Surentalbahn unterwegs und fiel durch seine Art auf. Als WSB-Angestellte den Deutschen, der in der Region Wynental wohnt, ansprechen wollten, verlor er offenbar komplett die Fassung. Bei Menziken sei er tobend aus dem Zug gerannt, bestätigt Bernhard Graser, Sprecher der Kantonspolizei Aargau auf Anfrage der az. 

Nach Königsfelden gebracht

Der Mann hielt die Menziker gehörig auf Trab. Gemäss Graser ging er mehrere Personen an, zog schliesslich seine Kleider aus und wütete nackt durchs Dorf. Da mehrere Meldungen von besorgten Anwohnern eingingen, rückte die Regionalpolizei umgehend aus und hielt den Mann an.

Die Polizei brachte ihn zum Amtsarzt. «In solchen Fällen ist es üblich, dass dieser über das weitere Vorgehen entscheidet», so Graser. Der Amtsarzt ordnete an, den 29-Jährigen in die Psychiatrische Klinik Königsfelden einzuliefern.

Sprung in die Tiefe

Auch in Königsfelden konnte der Mann nicht unter Kontrolle gebracht werden. Er habe sich massiv gewehrt und sich ein Handgemenge mit dem Klinikpersonal geliefert, sagt Graser. Dem Deutschen gelang es gemäss Polizei aus der Klinik zu laufen, woraufhin er sich gegen halb zwei Uhr nachts zu einem Gebäude in der Nähe begab.

Vom Gebäude aus sprang er mehrere Meter in die Tiefe. Er wurde schwer verletzt und musste mit einem Rettungshubschrauber ins Kantonsspital Aarau gebracht werden. Über seinen Gesundheitszustand liegen noch keine genaueren Angaben vor. 

"Fall hätte nicht verhindert werden können"

Die Klinik schildert die Ereignisse aus ihrer Sicht folgendermassen:

In der Nacht auf Montag sei ein Patient eingewiesen worden. "Nach etwa einer Stunde wurde der Patient aggressiv, bedrohte die Mitarbeitenden und griff sie körperlich an", erläutert Matthias Hilpert, Chefarzt und Bereichsleiter Psychiatrie und Psychotherapie. "Er gelangte in den Besitz eines Klinikschlüssels und konnte damit entweichen. Wenig später wurde er auf dem Areal aufgefunden, nachdem er vom Dach eines technischen Betriebsgebäudes gesprungen war."

Chefarzt Hilpert betont: "Nach aktuellem Kenntnisstand hätte der Fall nicht verhindert werden können." Der Fall werde als aussergewöhnliches Ereignis intern aufgearbeitet. "Die zuständigen Behörden sind involviert."