Bombendrohung
Mann drohte der Migros mit einer Bombe, weil er ins Gefängnis wollte

Der Mann, der damit drohte die Migrosfiliale am Neumarkt in Brugg mit einer Bombe in die Luft zu jagen, wollte damit erreichen, dass er von der Psychiatrischen Klinik in ein Gefängnis verlegt wird.

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Auf der Suche nach der Bombe kamen Spürhunde zum Einsatz (Fotos: Michael Spillmann
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Die Migros-Filiale wurde abgesperrt
Das Gebädue wurde evakuiert und abgesperrt
Auch die Grenzwache war vor Ort
Das Fahrzeug der Einsatzleitung
Der Polizesiprecher gibt Auskunft
Polizisten und Grenzwächter vor dem Gebäude
Einsatzkräfte vor dem Gebäude
Die verlassene Migros-Filiale
Auch die Angestellten mussten das Gebäude verlassen

Auf der Suche nach der Bombe kamen Spürhunde zum Einsatz (Fotos: Michael Spillmann

AZ

Ein 42-jähriger Mann hielt die Polizei und die Mitarbeiter der Migros-Filialen am Neumarkt in Brugg seit Dienstagabend mit Bombendrohungen auf Trab.

Der Mann konnte am Mittwoch gefasst werden. Er ist geständig, wie die zuständige Staatsanwältin Nicole Burger erklärt.

Als Motiv für seine Tat gab der Mann an, es gefalle ihm nicht in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden (PKK) und er habe erreichen wollen, in ein Gefängnis zu kommen.

Minderintelligent, verhaltensgestört

Der Mann sitzt in der geschlossenen Abteilung der PKK. Er leidet unter Minderintelligenz und einer Verhaltensstörung. Er wurde bereits früher deswegen psychiatrisch begutachtet.

Ob der Mann überhaupt schuldfähig ist, sei zum heutigen Zeitpunkt noch offen, sagt Burger. Sie wird trotzdem Anklage erheben und zwar wegen Drohung und Schrecken der Bevölkerung. Dem Täter drohen maximal 4,5 Jahre Gefängnis. Sollte er nicht schuldfähig sein, kommt er in eine Anstalt.

Täter darf nicht mehr telefonieren

Klar ist: Der Täter hat sein Ziel, in ein Gefängnis zu kommen, vorerst nicht erreicht. Nach der Befragung durch Staatsanwaltschaft und Polizei wurde der Mann wieder in die geschlossene Abteilung der Psychiatrischen Klinik Königsfelden zurückgebracht.

Gleichzeitig wurde in Absprache mit der PKK auch sichergestellt, dass der Mann bis auf weiteres kein Telefon benützen kann. Bisher musste er laut Burger jeweils nach einer Karte fragen, um telefonieren zu können. Diese hat gestern denn auch auf die Spur des Täters geführt. Er hat aus der PKK in die Migros-Filiale angerufen und dabei offenbar die Nummer nicht unterdrückt.

Auch für Drohungen in Solothurn verantworlich?

Die Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach untersucht derzeit, ob der Beschuldigte für weitere ähnlich gelagerte Fälle verantwortlich zeichnet. Insbesondere will Burger wissen, ob der Mann auch für die Drohungen gegen die Migros im solothurnischen Langendorf verantwortlich ist. Die dortige Filiale wurde im Januar und Februar ebenfalls zweimal mit einer Bombendrohung aufgeschreckt.

Grund für die Abklärungen: Beim 42-jährigen Mann handelt es sich um einen Solothurner, zumindest hat ihn der Kanton Solothurn in die PKK eingewiesen, wie Burger gegenüber az erklärt. (rsn)

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