«Ich habe damit gerechnet, dass er nicht kommen würde», meinte die junge Frau vor Bezirksgericht. «Es ist kein grosser Verlass auf ihn. Es tut mir leid.»

Beim «grossen Abwesenden» handelte es sich um den Ex-Freund der jungen Frau. Er hätte als Beschuldigter zur Verhandlung erscheinen sollen, die er mit seiner Einsprache gegen einen Strafbefehl gewissermassen selber ausgelöst hatte.

Mit diesem Strafbefehl hatte ihn die Staatsanwaltschaft wegen Drohung zu einer unbedingten Geldstrafe von 40 Tagessätzen zu je 30 Franken verurteilt.

Massive Drohungen

Dem Urteil zugrunde lag ein SMS, das der Beschuldigte an seine Ex-Freundin gesandt hatte. In diesem SMS hatte er die junge Frau nicht nur als «Miststück» und «Schlampe» beschimpft, sondern sie auch massiv bedroht.

Unter anderem hatte er ihr geschrieben, dass sie sich vorstellen könne, dass er, falls er sie wieder einmal sehen würde, «Hackfleisch» aus ihr machen werde, sodass sie von «niemandem mehr erkannt» werden könne.

Spitalreif geschlagen

Mit dieser Drohung, so die Staatsanwaltschaft, habe der Beschuldigte seine Ex-Freundin absichtlich in Angst und Schrecken versetzt.

Wie die Staatsanwaltschaft im Strafbefehl feststellte «nahm die junge Frau die Drohung respektive deren Verwirklichung ernst und fürchtete um ihre Sicherheit. Dies nicht zuletzt vor dem Hintergrund, dass der Beschuldigte sie einige Wochen vor dem Versenden des SMS spitalreif geschlagen hatte».

Strafbefehl wird rechtskräftig

Nach einer halben Stunde vergeblichen Wartens auf den Beschuldigten sagte Bezirksgerichtspräsidentin Gabriela Kerkhoven: «Wir können es kurz machen. Die Hauptperson fehlt, obwohl wir etwas länger als üblich gewartet haben. Die Einsprache gilt als zurückgezogen. Damit wird der Strafbefehl rechtskräftig. Das heisst, dass es keine zweite Vorladung geben wird.»