«Hirschen»
Mandacher wollen ihre Dorfbeiz mit einer Genossenschaft retten

Post gibt es schon lange keine mehr. Auch der Dorfladen gehört der Geschichte an. Und seit April ist in Mandach das Dorfrestaurant, der «Hirschen», geschlossen. Letzteres soll sich aber ändern.

Louis Probst
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Mandacher Dorfbeiz «Hirschen»
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Blick in die Gaststube des «Hirschen».
Blick in die Küche des «Hirschen».

Mandacher Dorfbeiz «Hirschen»

zvg / Andreas Krebs

Im August hatte der Gemeinderat die Arbeitsgruppe «Projekt Hirschen Mandach» ins Leben gerufen. Ziel ist der Erhalt der Dorfwirtschaft.

Inzwischen hat die Arbeitsgruppe, der Andreas Krebs, Dieter Staudacher und Hanspeter Märki angehören, ein Konzept erarbeitet. Am Montagabend ist es vorgestellt worden. Und der Aufmarsch der Bevölkerung hat gezeigt, dass der «Hirschen» den Mandacherinnen und Mandachern am Herzen liegt.

Genossenschaft als Träger

Grundsätzlich sieht das Konzept die Gründung einer Wohnbaugenossenschaft vor, welche die Liegenschaft erwirbt und das Restaurant verpachtet. Nach Prüfung verschiedener Varianten – wobei Fachleute beigezogen worden waren – steht eine Lösung im Vordergrund, die Umbauten im Restaurant, den Einbau von zwei zusätzlichen Wohnungen im Dachgeschoss sowie den Ausbau von drei Gästezimmern umfasst. «Diese Variante ist aber auch die teuerste», räumte Andreas Krebs ein.

Unter dem Strich ergeben sich Kosten von insgesamt 1,75 Millionen Franken. Davon entfallen 670 000 Franken auf den Erwerb der Liegenschaft, die sich im Besitz einer Erbengemeinschaft befindet.

Darlehen und Anteilscheine

Gesichert werden soll die Finanzierung durch eine Hypothek von 1,06 Millionen Franken und Eigenmittel von 690 000 Franken. Die Eigenmittel sollen durch Darlehen von 340 000 Franken sowie durch die Ausgabe von Anteilscheinen zu je 2000 Franken beschafft werden. Wie Andreas Krebs ausführte, stehen Darlehen im Umfang von 140 000 Franken sowie Anteilscheine im Betrag von 50 000 Franken in Aussicht.

Gemäss Wirtschaftlichkeitsberechnung bleiben bei einem Mietertrag von jährlich insgesamt knapp 88 000 Franken unter dem Strich ausreichend Mittel für Abschreibungen und sogar für eine Verzinsung der Anteilscheine. Der Mietertrag für das Restaurant und die Gästezimmer wird mit monatlich 2900 Franken eingesetzt. «Ziel ist es, dass das Restaurant bleibt und der Pächter existieren kann», betonte Andreas Krebs. Inzwischen sind bereits Gespräche mit potenziellen Pächtern geführt worden.

In der Frage- und Diskussionsrunde wurde das Konzept wohlwollend, aber nicht unkritisch aufgenommen. Einig war man sich aber in der Anerkennung für die grosse Leistung der Arbeitsgruppe.

Entscheidungsphase läuft

In den nächsten Wochen wird sich entscheiden, ob das Konzept umgesetzt und der «Hirschen» im Herbst des kommenden Jahres wieder eröffnet werden kann. Auf den 12. Januar 2015 ist die Gründungsversammlung der Wohnbaugenossenschaft angesetzt worden. Bis dahin läuft die Frist zur Zeichnung von Anteilscheinen oder Darlehen. Einsehbar ist das Zeichnungsbarometer auf www.mandach.ch.

«Wir hoffen, dass wir bis dahin die nötigen 690 000 Franken haben», sagte Andreas Krebs. Er stellte aber auch klar: «Wir gründen keine Genossenschaft, wenn wir nicht wissen, wo das Geld herkommen soll.»