Mandach
Mandacher Ortsbürger sind spendabel: 250'000 Franken an Wärmeverbund

In der Gemeinde Mandach beschliessen die Ortsbürger einen grosszügigen Beitrag an die geplante Holzschnitzelanlage der Einwohnergemeinde.

Max Weyermann
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An den geplanten Wärmeverbund angeschlossen sollen unter anderem die gemeindeeigenen Liegenschaften werden.

An den geplanten Wärmeverbund angeschlossen sollen unter anderem die gemeindeeigenen Liegenschaften werden.

Max Weyermann

Nach einer öffentlichen Informationsveranstaltung des Mandacher Gemeinderates gaben die Ortsbürger an einer ausserordentlichen Versammlung grünes Licht: für die Schenkung von 250 000 Franken an die ins Auge gefasste Sanierung der Heizung in der Schulanlage und den daran angehängten Wärmeverbund. Im Rahmen der Veranstaltung wurden die 35 Anwesenden über die Vorgeschichte mit Variantenstudium, das ausgewählte Projekt, Kosten und Finanzierung sowie über das weitere Vorgehen orientiert.

Ortsbürger stocken Summe auf

Wie zu erfahren war, kam im Hinblick auf die Sanierung der Heizanlage im Untergeschoss der Turnhalle aus den Reihen der Ortsbürger der Hinweis auf die Möglichkeit, von Öl auf den einheimischen, erneuerbaren Energieträger Holz zu wechseln.

Der Gemeinderat setzte in diesem Zusammenhang eine Baukommission ein, die – auch mittels Besichtigungen – eingehend verschiedene Varianten studierte und Kosten analysierte. Der inzwischen veranschlagte Aufwand für die evaluierte Zweikessel-Holzschnitzelheizung mit einer Leistung von 2-mal 120 kWh plus Wärmeverbund für Schulhaus, Turnhalle, Kanzlei, Mehrzweckgebäude, neue Liegenschaften der Kirchgemeinde mit zwölf Wohnungen, etwas später das Pfarrhaus und möglicherweise einzelne weitere Private beträgt 750 000 Franken.

Darin inbegriffen ist auch die Sanierung der Heizungsverteilung für die Gemeindeliegenschaften im Betrag von 45 000 Franken. Geplant ist die Nutzung des bestehenden, 100 Kubikmeter fassenden Tankraums als künftiges Schnitzellager mit Befüllung durch ein Schneckensystem. Gerechnet wird in einer ersten Phase mit einem jährlichen Bedarf von gegen 600 Kubikmetern Holz.

Der Gemeinderat schlug eine Kostenbeteiligung der Ortsbürgergemeinde von 150 000 Franken vor. Die an ihrer ausserordentlichen Versammlung präsenten 20 Ortsbürger erhöhten diese Summe nach kurzer Diskussion auf Antrag eines Votanten in der Endabstimmung mit 14 Ja ohne Gegenmehr auf 250 000 Franken. Nach dieser noch dem Referendum unterliegenden Zusage wird der Gemeinderat der Einwohnergmeind vom 28. November den Bruttokredit für den Eigenwirtschaftsbetrieb Wärmeverbund Mandach mit Holzschnitzelheizung beantragen.

Realisierung bereits 2015?

Die Schenkung soll als Aufwand in der Abteilung Waldwirtschaft verbucht werden. Der dadurch entstehende Ausgabenüberschuss geht zulasten der frei verfügbaren Forstreserve, deren Stand rund 400 000 Franken beträgt. Im Gegenzug verpflichtet sich die Einwohnergemeinde mittels vertraglicher Abmachung, während der gesamten Laufzeit der Anlage die für den Heizbetrieb erforderlichen Holzschnitzel von der Ortsbürgergemeinde Mandach zu beziehen.

Die gelieferte Heizenergie soll nach effektiv verbrauchten Kilowattstunden zu einem marktüblichen Preis abgegolten wird. Falls alles gut läuft und auch die Einwohnergemeindeversammlung grünes Licht gibt, könnte die Realisierung der ersten Etappe ab Frühjahr bis Herbst 2015 erfolgen.