Mandach
Das Gebäude war baufällig: Der Baggerzahn nagt an der alten Mühle

Eines der ältesten Gebäude in Mandach verschwindet für immer. Betrieben wurde in der Mühle einst auch eine Buschwirtschaft.

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Einst wurde in der Mühle das Getreide gemahlen für die Kunden vor allem aus den umliegenden Dörfern.

Einst wurde in der Mühle das Getreide gemahlen für die Kunden vor allem aus den umliegenden Dörfern.

zvg/Martin Vogt

Die historische Liegenschaft war baufällig: In Mandach wird in diesen Tagen die alte Mühle abgebrochen. Diese wurde im 16. Jahrhundert errichtet und zählt damit zu den ältesten Gebäuden des Dorfes.

Fenster und Türen hatte es keine mehr, dann und wann fiel ein Ziegel vom Dach, im Innern waren Böden eingebrochen. Kurz: Der Zahn der Zeit hatte heftig am geschichtsträchtigen Gebäude genagt an der Verzweigung von Mühlegasse und Hüslimatt.

Schriftzug «Pinte» war bis zum Schluss zu lesen

Bessere Zeiten, das zeigen eindrücklich alte Bilder, hat es erlebt. Einst wurde hier das Getreide gemahlen für die Kunden vor allem aus den umliegenden Dörfern.

Vom Mühleweiher aus führte ein Kännel quer über die Strasse zum Mühlerad. Betrieben wurde im Gebäude ebenfalls eine Buschwirtschaft. Der Name «Pinte» war bis zuletzt zu erkennen an der Hausfassade.

Später wurden an der alten Mühle bauliche Veränderungen vorgenommen, eine Schutzwürdigkeit war deshalb nicht mehr gegeben: Anbauten wurden abgebrochen, eine neue Dachkonstruktion wurde erstellt. Auch der einstige Mühleweiher wurde trockengelegt.

Traum vom Leben in der alten Mühle blieb, aber ...

Nach dem Verkauf der Liegenschaft, die ausserhalb des Baugebiets liegt, scheiterten grössere Umbauvorhaben der neuen Besitzer ab den 1970er-Jahren offenbar an den nötigen grossen Investitionen oder den gesetzlichen Vorgaben. Ab den 2000er-Jahren konnte kein Käufer mehr gefunden werden, die alte Mühle verfiel mehr und mehr.

Nach dem Tod des Besitzers ging das Gebäude an seine Nachkommen über. Eine Tochter sagte Mitte April dieses Jahres gegenüber der Zeitung «Die Botschaft»: «Das alte Haus übersteigt unsere Möglichkeiten.»

Sie sprach von weit über einer Million Franken, die für eine Instandstellung des historischen Gebäudes aufgewendet werden müssten – sofern die Auflagen überhaupt zu erfüllen wären. Auch wenn sie sich mit dem Gedanken schwer tue und immer noch vom Leben in der alten Mühle träume: «Uns bleibt nichts Anderes als abzubrechen. Das Betreten der Mühle ist mittlerweile ja gefährlich.» (mhu)