Umiken

Malermeister findet nach über fünf Jahren einen Nachfolger

Jürg Weibel (links) übergibt Farbrolle und Pinsel seinem Nachfolger und neuem Geschäftsführer Andreas Marti. ZVG/Janine Hartmann

Jürg Weibel (links) übergibt Farbrolle und Pinsel seinem Nachfolger und neuem Geschäftsführer Andreas Marti. ZVG/Janine Hartmann

Das Malergeschäft von Jürg Weibel soll eigenständig bleiben. Ab April übernimmt Andreas Marti aus Mülligen das Zepter sowie die drei Angestellten. Dadurch kann verhindert werden, dass der Betrieb eine Filiale einer grösseren Firma wird.

Malermeister Jürg Weibel von der Heinrich Weibel AG sitzt in seinem Büro an der Baslerstrasse in Umiken und spricht von einem Glücksfall. Im April wird er 65 Jahre alt. Schon jetzt kann er seinen Nachfolger, Andreas Marti, vorstellen. Ab morgen Mittwoch übernimmt Marti das Geschäft, das in den letzten 94 Jahren von der Familie Weibel geführt wurde. Die drei Angestellten werden zu den gleichen Konditionen weiter beschäftigt. Jürg Weibel wird den 44-jährigen Nachfolger seinen Kunden vorstellen und ihm – falls nötig – begleitend zur Seite stehen.

Es war Weibels Grossvater, der 1921 das Malergeschäft mit Spritzwerk am heutigen Standort gründete. Jürg Weibel übernahm den Betrieb vor 34 Jahren von seinem Vater Heinrich. 2004 wurde die Autospenglerei und das Spritzwerk an Betriebsleiter Urs Walti weiter vermietet.

Geschäft soll keine Filiale werden

Der Malermeister hat schon vor seinem 60. Geburtstag damit angefangen, einen Nachfolger für seine Firma zu suchen. Insgesamt sechs Interessenten habe es gegeben, so Weibel. Auch ein ehemaliger Lernender sei unter den Kandidaten gewesen, doch es wollte nicht klappen. Für Weibel war zudem klar, dass sein Geschäft nicht eine Filiale einer grossen Firma werden sollte, sondern möglichst im gleichen Rahmen weitergeführt wird.

Mit Andreas Marti aus Mülligen hat Weibel den idealen Nachfolger gefunden. Während eines halben Jahres haben sie sich kennen gelernt und verhandelt. Dann wurden Nägel mit Köpfen gemacht: «Ich wollte den Schritt in die Selbstständigkeit noch rechtzeitig machen. Mit 50 ist es zu spät», sagt Andreas Marti. Der gelernte Maler mit Meisterprüfung hat nun mit seinem Geschäftspartner Leo Wettstein die neue Weibel Maler AG gegründet. Der bekannte Name und die qualitativ gute Arbeit erlauben einem Geschäft in dieser Grösse zu überleben.

Lehrstelle ist frei

Der Betrieb hat sich vor allem auf Renovationsarbeiten in der Region Brugg spezialisiert und arbeitet sowohl mit Architekten wie Immobilien-Verwaltungen und Privaten zusammen. Marti möchte auch Lernende ausbilden. Die Lehrstelle im August wäre noch zu haben. Er kann sich vorstellen, dass der Betrieb in Zukunft noch leicht wachsen wird. Wachsen werden auch die drei Enkelkinder, die Jürg Weibel mit seiner Partnerin ab und zu betreut. Und das möchte der aktive 65-Jährige auf keinen Fall verpassen.

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