Zu den eidgenössischen Wahlen vom 20. Oktober organisiert das Jugendparlament Aargau im Vorfeld über den Kanton verteilt sieben Podien. An diesen nehmen Jung- und Altkandidaten teil. In Brugg findet das Nationalratspodium am Mittwoch, 25. September, um 19 Uhr in der Aula des Berufs- und Weiterbildungszentrums an der Industriestrasse 19 statt. Apéro gibts bereits ab 18.30 Uhr.

SRF-Redaktor Mario Gutknecht wird anschliessend mit fünf Kandidaten über die Umweltpolitik, den Wirtschaftsstandort Schweiz und die Beziehung Schweiz–EU sprechen. Die Veranstaltung ist öffentlich.

Im Gegensatz zu den anderen Podien vom Jugendparlament Aargau werden in Brugg ausschliesslich Männer teilnehmen: Sandro Wächter (JSVP, Schinznach-Bad), Martin Brügger (SP, Brugg), Peter Haudenschild (Team 65+ – Die Aargauer Seniorenliste, Brugg), Titus Meier (FDP, Brugg) und Richard Fischer (DU – Die Unabhängigen, Brugg).

Auf die Frage auf Facebook, ob keine Frauen mitmachen wollten, antwortete Sandro Wächter zuerst, dass es in der Region Brugg gar keine Frauenkandidaturen gebe. Danach sagte er, dass er die Kandidatin von der queer-feministische SP-Liste angefragt habe, diese aber keine Zeit habe.

«Das darf es 2019 einfach nicht mehr geben»

Auf Nachfrage dieser Zeitung bestätigt die Brugger SP-Kandidatin Daniela Gassmann, dass sie dann bereits einen anderen Termin habe. FDP-Nationalratskandidatin Martina Sigg aus Schinznach-Dorf hingegen wurde nicht angefragt. Sie hätte sich eine Teilnahme am Podium in Brugg vorstellen können. Daniela Gassmann ist der Meinung, dass es ein Podium ohne Frauenbeteiligung im Jahr 2019 einfach nicht mehr geben dürfe.

Warum haben die Organisatoren nicht weitere Frauen aus der Region Brugg angefragt? Sandro Wächter unternimmt einen neuen Erklärungsversuch: «Es geht bei diesem Podium um Kandidaten aus Brugg und dem künftigen Ortsteil Schinznach-Bad.» Ist diese enge Sichtweise auch im Sinne des Jugendparlaments Aargau? Präsident Samuel Hasler erklärt: «Bei fünf Podien ist das Jugendparlament Aargau alleiniger Organisator.»

Bei den Podien in Brugg und Wohlen gehe das Jugendparlament Kooperationen ein, so Hasler. Beim Podium in Wohlen arbeitet es mit dem Jugendrat Wohlen zusammen, beim Podium in Brugg direkt mit den Kandidaten.

Sandro Wächter hat bei der Organisation freie Hand

Das Jugendparlament hat bei den Nationalratspodien, die es selber organisiert, die Parteien kontaktiert, Kandidaten zu schicken. «Wir haben keine Vorgaben gemacht bezüglich Herkunftsregion oder Geschlecht der Kandidaten», fährt Hasler fort. Somit liege der Entscheid bei den (Jung-) Parteien, welche Kandidaten sie an ein Podium entsenden.

Beim Podium in Brugg sei das Jugendparlament Aargau von Nationalratskandidat Sandro Wächter kontaktiert worden, der «zusammen mit weiteren Kandidaten ein Podium in Brugg organisieren möchte, an welchem Kandidaten aus Brugg oder mit Brugg fusionierenden Gemeinden teilnehmen». Wächter ist für die Organisation der Podiumsteilnehmer verantwortlich.

Zum Zeitpunkt der Planung war laut Samuel Hasler nur eine Frauenkandidatur aus Brugg bekannt. Erst später habe Wächter herausgefunden, dass es noch weitere Kandidatinnen aus Brugg gibt. «Eine Änderung der Planung war zu diesem Zeitpunkt nicht mehr möglich.» Das Jugendparlament Aargau ist überzeugt, dass für die Bewohner aus den betroffenen Gemeinden mit der aktuellen Kandidatenauswahl ein gutes, interessantes Podium entstehen kann.

FDP-Nationalratskandidatin Martina Sigg nimmt am 20. September um 20 Uhr an der Podiumsveranstaltung der SP Schenkenberg im Restaurant Schenkenbergerhof in Thalheim teil. Mit dabei sind Robert Obrist (Grüne, Schinznach-Dorf), Roland Frauchiger (EVP, Thalheim) und Yvonne Feri (SP, Wettingen). Peter Belart moderiert.