Der Sportplatz Nidermatt war diese Woche fest in italienischer Hand. Die Farben Schwarz-Weiss dominierten, ebenso die Klubhymne des italienischen Rekordmeisters FC Juventus Turin. Darin wird die Liebesgeschichte zum Verein besungen.

Eine Erfolgsgeschichte stellte die vierte Auflage des Juventus Camps des FC Birr und dessen Trainern sowie in Zusammenarbeit mit den qualifizierten Trainern der Juventus-Jugendabteilung dar. Mit 95 Buben und Mädchen im Alter von sechs bis 15 Jahren war das Maximum erreicht, das Camp ausgebucht. «Mehr geht vom Organisatorischen und vom Platz her nicht», erklärt Luca Federico, der mit Giovanni Carta das OK bildete. Auch die erstmals ausgeschriebene Mädchengruppe für 10- bis 15-Jährige war schnell ausgebucht. «Im letztjährigen Camp organisierten wir einen Mädchentag. Die Nachfrage, eine separate Mädchengruppe zu führen, stieg danach an», sagt Giovanni Carta.

Gibt es bald ein Frauen-Team?

Nicht nur das: Seit August 2015 kicken zwanzig Mädchen im ersten offiziellen Mädchenteam des FC Birr. Anfangs wurde einmal wöchentlich trainiert, doch das war ihnen zu wenig. Auf die Rückrunde hin beantragten die Verantwortlichen eine Spiellizenz. Seitdem trainieren die Mädchen zwei- bis dreimal wöchentlich, samstags steht das Spiel in der 7er-Meisterschaft an. Gemäss Luca Federico seien Gespräche über ein Aktiv-Frauenteam im Gang. «Es ist eine Bereicherung, wenn der Verein durchmischt und auch Mädchen und Frauen im Verein dabei sind», meint Luca Federico.

Doch zurück zum Camp: «Pass, Pass und Schuss. Brava, brava!», ertönte es von Montag bis Freitag von Headcoach Lorenzo Grossi, Miha Rojina und Angelo Sanapo immer wieder. Die Bereiche Ballannahme, Torschuss und Passspiel wurden in je zweistündigen Trainingseinheiten am Morgen und am Nachmittag angeschaut, trainiert und verbessert. Im Turnier konnte das Gelernte den Eltern und Freunden gezeigt werden. Genauso wie ihre Kollegen schenkten sich die Mädchen nichts, dribbelten und schossen ihre Tore. Alle gaben an, Spass am Fussball zu haben, ebenso schätzten sie das Zusammensein mit ihren Kolleginnen.

Die 13-jährige Daria aus Birr war bereits zum vierten Mal dabei, in den vorangegangenen Camps trainierte sie mit den Jungs in einer Mannschaft. «Wenn ich hier trainiere, kann ich mich in allen Bereichen verbessern», sagte sie, die ihren Vater, ihren Bruder und Lionel Messi als Vorbilder angab. Für die 12-jährige Chiara aus Birr war das Camp ebenfalls kein Neuland mehr: Sie schätzte die Mädchengruppe zwar, attestierte den Jungs aber ein höheres Fussballniveau. Giulia (12) aus Hausen hatte sich mit ihrem Bruder angemeldet und fand «mätschle» cool. Und Laura (9) aus Birr gefiel alles, weil sie mit ihren Kolleginnen zusammenspielen konnte und so motivierter war.