Brugg-Windisch

Mädchen übernehmen derzeit die Hochschule für Technik

An der Projektwoche «girls@science» bauen Mädchen an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch Computer zusammen. Das sei sehr cool gewesen, sagt etwa eine Teilnehmerin.

«Das sieht doch aus wie eine Stadt!», sagt eines der vier Mädchen. Auf dem Tisch vor ihnen liegen die Einzelteile eines Computers. Die Betreuerin Christina Meyer hält ein Element hoch und erklärt: «Das hier ist wie das Gehirn des Computers und über diese Leitungen telefoniert es mit den anderen kleinen Gehirnen.»

Die vier Mädchen nehmen an der Projektwoche «girls@science» teil. Diese Woche ist von Schweizer Jugend forscht organisiert und findet an der Hochschule für Technik an der Fachhochschule Nordwestschweiz in Brugg-Windisch statt. Ziel des Projekts ist es, Kinder für Wissenschaften zu sensibilisieren. Die Studienwoche «boys@science» findet vom 1. bis zum 4. September statt. Gesamthaft nehmen fast hundert Kinder im Alter von 10 bis 13 Jahren aus der Deutschschweiz am Projekt teil.

Die erste eigene Homepage

Anja aus Brugg hat durch ihre Lehrerin von «girls@science» erfahren: «Ich wurde neugierig, weil ich noch gar nichts über Technik gewusst habe.» Welche Themen haben die Mädchen denn schon kennen gelernt? «Software und Virtual Reality», antwortet Anja und überlegt: «Wie hiess das Dritte schon wieder?» Auf alle Fälle haben die Mädchen bereits am Montag ihre eigene Website erstellt. Anja gibt zu, dass sie heute nicht mehr jeden Schritt genau richtig ausführen könnte: «Alles ging so schnell. Aber es war sehr cool.»

Am Mittwochmorgen betrachten die Mädchen zuerst einen Computer, der in seine Einzelteile zerlegt worden ist. Die beiden Betreuer sind Informatik-Studenten. Sie erklären den vier Mädchen, welches Teil im Computer für welche Funktionen zuständig ist. Das herausgelöste Diskettenlaufwerk wird herum gegeben.

«Es gibt nur einen Weg die Diskette richtig ins Laufwerk zu stecken», erklärt der Experte Timon Krebs den Mädchen. Diese überprüfen die Aussage sofort und probieren verschiedene Varianten aus, die Scheibe einzuschieben. Vergebens. Nach der Einführung, beginnt der praktische Teil: Schritt für Schritt bauen die Mädchen einen Computer wieder vollständig zusammen. Sie staunen über magnetische Schräubchen und die vielen Teile. «Passen wirklich alle Sachen in dieses Gehäuse?», fragt eine Teilnehmerin.

Frauen an der Arbeit

Beim Einsetzten des CD-Laufwerks erläutert Meyer, dass das Laufwerk genau so eng passen müsse wie eine gut sitzende Röhrenjeans, «erst dann kann sie festgeschraubt werden». Die Gruppe lacht und arbeitet weiter. Vor der Pause fragt die Studentin bei den Mädchen nach: «Ist es so kompliziert, wie ihr vermutet habt?» «Ja!», findet die eine und «eigentlich nicht», eine andere.

Die Mädchen wohnen während der Projektwoche in der Jugendherberge in Brugg. Anja schläft mit neun anderen in einem Zimmer. Sie schätzt das vielseitige Rahmenprogramm sehr. «Es gab einen Filmabend und ein Ritter-znacht!», erzählt sie. Der Abschluss der Woche bildet ein bunter Tanzabend.

Für Anja ist es ein Vorteil, dass nur Mädchen an der Projektwoche teilnehmen. «Es ist schön mal nur unter Mädchen zu sein», sagt sie und ergänzt: «Wir haben alle ähnliche Interessen. Technik ist für die meisten etwas Neues, so sind wir alle auf dem gleichen Stand.»

Anja findet die Studienwoche sehr spannend und doch weiss sie noch nicht, ob sie später einen technischen Beruf erlernen will. «Ich schliesse es aber auch nicht aus», fügt sie hinzu. Das sei schwer zu entscheiden, nach so einem kurzen und intensiven Einblick in die Welt der Technik.

«Wir erfahren so viel in kurzer Zeit, dass wir uns gar nicht alles merken können.» Wenn Anja könnte, würde sie gerne nächstes Jahr wieder teilnehmen, denn sie findet «girls@science» viel besser als normale Schule.

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