Lupfig
Lupfigs Gemeindeammann: «Vorwürfe, die weder Substanz noch Richtigkeit hätten»

Richard Plüss, Gemeindeammann in Lupfig, ist irritiert über die von Birr genannten Gründe zur geplanten Kündigung des Regos-Vertrags. Er spricht von Vorwürfen, die weder Substanz noch Richtigkeit hätten.

Michael Hunziker
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Die Absicht ist klar: Der Gemeinderat Birr möchte den Regos-Vertrag kündigen. In diesem ist die gemeinsame Führung der Oberstufe der Gemeinden Birr, Birrhard, Lupfig und Scherz definiert.

Die Behörden von Lupfig sind über die aufgeführten Gründe irritiert. Gemeindeammann Richard Plüss spricht von Vorwürfen, die weder Substanz noch Richtigkeit hätten: «Die Aussagen sind eine Beleidigung für unsere Schule Lupfig.»

Konkret: Die von Birr genannten Qualitäts- und Angebotsunterschiede hätten mit dem Regos-Vertrag gar nichts zu tun, stellt Plüss fest.

Denn der Vertrag regle lediglich die Fragen rund um die Schulstandorte und die Organisation respektive die Zuteilungen. «Für die Qualitätsbeurteilung der Schule ist die Schulleitung und abschliessend das Inspektorat und die externe Schulevaluation zuständig. Da wird eine Schule tiefgreifend beurteilt», führt Plüss aus.

Anders gesagt: «Lernziele werden im Lehrplan geregelt und genau überprüft.» Es gebe auch die Klassen-Checks, so Plüss weiter, die einen Vergleich zwischen den Schülern möglich machten. «In diesen Bereichen ist die Oberstufe Lupfig nie abgefallen.»

Die Schulqualität steige und falle in erster Linie mit der Unterrichtsqualität im Klassenzimmer, mit den Lehrkräften und Schülern im Mittelpunkt – und nicht mit schulorganisatorischen Dokumenten, so der Gemeindeammann.

Wie steht es um den vom Gemeinderat Birr erwähnten Schwimmunterricht und die EDV? «Schwimmunterricht ist nicht einmal Inhalt der Lehrpläne, geschweige Inhalt eines Regos-Vertrags», enerviert sich Plüss. «Im Bereich EDV bieten wir qualitativ das Gleiche an, nur individuell mit Laptop-Lösungen im Klassenzimmer integriert.»

Auch dass von Lupfig und Scherz ein Desinteresse daran bestehe, an der Schulqualität und Schulentwicklung etwas zu verändern, stellt Plüss in Abrede. Lupfig, Scherz und Birrhard hätten dazu – «in einem demokratischen Prozess» – Vorschläge gemacht. «Nur entspricht dieser Dreier-Vorschlag nicht den Vorstellungen der Antragssteller.»

Mit der Auflösung des Regos-Vertrags werde ein beinahe 50-jähriges, stabiles und konstantes Schulbündnis aufgelöst und eine gute Zusammenarbeit auf Gemeindeebene vernichtet, hält Plüss fest.

«Die Oberstufe Birrfeld war damals im Grossen Rat ein Musterbeispiel bei der Regelung von Regos.» Über all die Jahre hätten sich die Schulorganisationsverantwortlichen wie Rektoren, Schulleiter, Lehrkräfte und Schulpflegen immer ausgetauscht und Lösungen gefunden.

«Die ganzen Diskussionen beginnen wieder von vorne», sagt der Gemeindeammann von Lupfig und ergänzt:

«Immerhin hat der damalige Gesetzgeber die Wichtigkeit des Regos-Vertrags und der Oberstufenstandorte im Birrfeld erkannt und die Vertragsauflösung mit der grössten politischen Hürde, nämlich mit dem Gemeindeversammlungsentscheid, festgesetzt. Dieses Schulabkommen ist wichtiger Bestandteil der regionalen Zusammenarbeit, die seit Jahrzehnten gut funktioniert.»

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