Aprilscherz
Lupfig wollte mit Drohnen gegen Vandalen vorgehen

Die Ankündigung im letzten Mitteilungsblatt der Gemeinde war nicht zu übersehen: Lupfig wollte die neuralgischen Stellen im Dorf neu mit Drohnen statt mit Videokameras überwachen. Es handelte sich allerdings um einen Aprilscherz.

Claudia Meier
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Eine solche Drohne hätte auch in Lupfig zum Einsatz kommen sollen.

Eine solche Drohne hätte auch in Lupfig zum Einsatz kommen sollen.

Claudia Meier

Die Ankündigung im letzten Mitteilungsblatt der Gemeinde war nicht zu übersehen: Lupfig will die neuralgischen Stellen im Dorf neu mit Drohnen anstatt mit Videokameras überwachen. Nach dem positiven Beschluss der Gemeindeversammlung habe der Gemeinderat das Projekt «Videoüberwachung» weiterentwickelt, lautete die Begründung.

Weil sich die Hotspots mit den Vandalen und gefährlichen Nachtbuben ständig änderten, sei eine mobile Überwachung erforderlich, hiess es weiter.

Dank der Zusammenarbeit mit dem Beauftragten für Öffentlichkeit und Datenschutz des Kantons Aargau habe der Gemeinderat eine zeitgemässe Lösung entwickelt.

Der Einsatz von Drohnen sei äusserst flexibel. Die gestochen scharfen Aufnahmen lassen sich einfach mit den bestehenden Datenbanken abgleichen, und die Übeltäter können sofort ermittelt werden.

Erfassung für alle ab 18 Jahren

Um die Aufnahmen der Drohnen erkennungsdienstlich korrekt weiterverwenden zu können, wurden alle Lupfiger ab 18 Jahren gebeten, sich fotografisch erfassen zu lassen.

Nicht betroffen von diesem Aufruf waren Personen, die bereits den biometrischen Pass besitzen. Die Fotos dieser Personen würden durch das kantonale Passamt digital direkt zur Verfügung gestellt, hiess es im Mitteilungsblatt weiter. Der Fototermin wurde auf gestern Mittwochnachmittag angesetzt – eine unmögliche Zeit für die meisten Arbeitnehmer.

So verwundert es nicht, dass sich für die Auflösung des 1.-April-Scherzes nur etwa sechs Personen direkt am Schalter auf der Gemeindeverwaltung meldeten.

«Viele Lupfiger waren unsicher und haben vorsichtshalber angerufen», räumt Gemeindeschreiber Toni Bossard ein.

«Einige haben sich entschuldigt, weil der Termin nicht passte, und andere machten am 1. April scheinbar zufällig einen Spaziergang ums Gemeindehaus.» Das geplante Foto kam nicht zustande. Blossstellen wollte die Gemeinde niemanden.

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