Lupfig/Birr
Weil zwei Kirchgemeinden bauen wollen, soll es Umzonungen geben

Bei der Gemeinde Lupfig liegt noch bis am 19. Oktober eine Planungsvorlage auf. Darin geht es um zwei Teiländerungen des Bauzonenplans und die Aufhebung eines über 40-jährigen Erschliessungsplans. Dadurch sollen verschiedene Projekte ermöglicht werden.

Deborah Bläuer
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Hier sollen ein neues Kirchenzentrum entstehen, Wohnungen, ein Café und mehr.

Hier sollen ein neues Kirchenzentrum entstehen, Wohnungen, ein Café und mehr.

Bild: zvg/Jens Dörfer

In Lupfig sind Umzonungen geplant. Die aktuell aufliegende Planungsvorlage umfasst zwei Teiländerungen des Bauzonenplans. Parallel wird in einem separaten Verfahren der Erschliessungsplan Flachsacher-Trottmatt aus dem Jahr 1980 aufgehoben.

Der Erschliessungsplan umfasst das Wohn- und Gewerbegebiet rund um das Einkaufszentrum Flachsacherzentrum. Im Mitteilungsblatt der Gemeinde vom September heisst es:

«Die Inhalte, insbesondere die öffentlichen Erschliessungsstrassen, wurden gemäss den Plänen erstellt.»

Zudem hätten sich die baurechtlichen Voraussetzungen, die heutigen Anforderungen und Bedürfnisse inzwischen wesentlich geändert. Entsprechend seien einzelne Inhalte mittlerweile überholt.

Areal soll der benachbarten Zentrumszone zugeführt werden

Die eine Teiländerung im Bauzonenplan betrifft die Parzelle 542, auf der die unter Denkmalschutz gestellte Pauluskirche samt Paulushaus steht. Das Areal gehört der römisch-katholischen Kirchgemeinde Brugg.

Das Paulushaus, Büro- und Versammlungsgebäude des katholischen Kirchenzentrums Paulus Birrfeld, besteht seit vielen Jahren als Provisorium und muss nun ersetzt werden. Zusätzlich will die römisch-katholische Kirchgemeinde Brugg die knapp 5000m2 grosse Fläche für Wohnen und Gewerbe nutzen. Dies ist jedoch in der Zone für öffentliche Bauten und Anlagen (OeBA-Zone) nicht erlaubt. Deshalb soll das Areal der benachbarten Zentrumszone zugeführt werden.

Es gab bereits ein Architekturwettbewerb. Gewonnen hat das Projekt Simul von der Meier Leder Architekten AG und der Schrämmli Landschaftsarchitekten GmbH.

Der Erweiterungsbau der Pauluskirche soll dieser ähnlich sehen.

Der Erweiterungsbau der Pauluskirche soll dieser ähnlich sehen.

Visualisierung: zvg

Dabei ist geplant, dass die Pauluskirche durch einen Erweiterungsbau ergänzt wird. Zudem wird es ein separates zweigeteiltes Gebäude mit Wohnungen, Kindertagesstätte, Atelierraum und möglicherweise einem Café geben. «Wobei die Organisation und Nutzung dieser zusätzlich angebotenen Räume noch geklärt werden müssten», wie im Jurybericht steht.

Fläche soll für Bauprojekte im Baurecht abgegeben werden

Bei der zweiten Teiländerung geht es um das Gebiet westlich der Schulanlage. Auch hier ist das Problem, dass das Areal der OeBA-Zone zugewiesen ist. Die Parzelle 109 gehört der reformierten Kirchgemeinde Birr und die Parzelle 114 der Einwohnergemeinde Lupfig.

Mit der Umzonung möchte die reformierte Kirchgemeinde Birr ebenfalls die Nutzung für Wohn- und Gewerbezwecke ermöglichen. Der Grossteil der Parzelle 109 und ein Teil der Parzelle 114 sollten von der OeBA-Zone (total 7596m2) in die Dorfkernzone mit Gestaltungsplanpflicht umgezont werden, heisst es im Planungsbericht auf der Website von Lupfig.

«Die reformierte Kirchgemeinde hat die Zustimmung der reformierten Landeskirche Aargau erhalten, eine Fläche von 7596m2 vom Verwaltungsvermögen in das Finanzvermögen zu überführen.»

Diese Fläche könne somit für Bauprojekte im Baurecht freigegeben werden.

Die Kirchgemeinde strebe auf der Parzelle 109 und auf einem Teil der Parzelle 114 Mischnutzungen an. Aktuell liege allerdings noch kein architektonisches Projekt vor.

Bei den Umzonungen geht es um diese beiden Gebiete. Links plant die reformierte Kirchgemeinde Birr zu bauen, rechts die römisch-katholische Kirchgemeinde Brugg.

Bei den Umzonungen geht es um diese beiden Gebiete. Links plant die reformierte Kirchgemeinde Birr zu bauen, rechts die römisch-katholische Kirchgemeinde Brugg.

Screenshot: Planungsbericht

Die Dokumente zu den Umzonungen und der Aufhebung des Erschliessungsplans liegen noch bis am Mittwoch, 19. Oktober, in der Gemeindekanzlei Lupfig auf und können während den Schalteröffnungszeiten eingesehen werden. Auch auf der Gemeindewebsite sind die Dokumente aufgeschaltet. Hinweise, Vorschläge und Einwendungen zu den Vorhaben können innert der Auflagefrist beim Gemeinderat eingereicht werden.