Fusion
Lupfig als Wirtschaftsmotor, Scherz als Erholungsgebiet

Sieben Arbeitsgruppen haben die Ergebnisse für eine allfällige Fusion von Lupfig und Scherz präsentiert. Die Verwaltung soll in Lupfig ihren Sitz haben. Die Schulen sollen erhalten bleiben.

Von Claudia Meier
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Gemeindehaus Lupfig: Die zuständige Arbeitsgruppe schlägt vor, dass die Verwaltung der fusionierten Gemeinde in diesem Ort stehen soll.

Gemeindehaus Lupfig: Die zuständige Arbeitsgruppe schlägt vor, dass die Verwaltung der fusionierten Gemeinde in diesem Ort stehen soll.

Claudia Meier

Ob die beiden Gemeinden Lupfig und Scherz definitiv fusionieren, wird im kommenden Jahr entschieden. Vor kurzem haben die sieben Arbeitsgruppen, die sich je zu gleichen Teilen aus Lupfigern und Scherzern zusammensetzen, nach fünf Workshops ihre Aufgaben im Wesentlichen abgeschlossen.

Die Ergebnisse werden nun von Projektbegleiter Jean-Claude Kleiner in einem Bericht zusammengefasst. Die Einwohner der beiden Gemeinden werden am Mittwoch, 13. Januar 2016, im Gasthof Ochsen in Lupfig über diesen Bericht, der Vorschläge zuhanden der beiden Gemeinderäte enthält, orientiert.

öV-Verbindung wirft Fragen auf

Die Arbeitsgruppen sind zu folgenden Resultaten gekommen: Die Verwaltung der neuen Gemeinde soll ihren Sitz in Lupfig haben. Der Gemeinderat wird sich wie bisher aus fünf Mitgliedern zusammensetzen. Für die zusammengeschlossene Gemeinde wird in den nächsten zehn Jahren – aufgrund des angestrebten Steuerfusses von 95 Prozent – mit einem Bevölkerungswachstum von heute 2900 auf rund 3500 Einwohner gerechnet. Die Zahl der Arbeitsplätze soll von heute 2550 auf 3550 ansteigen. Die neue Gemeinde sieht Lupfig als Wirtschaftsstandort und Scherz eher als Naherholungsgebiet vor. Dringend wird in diesem Zusammenhang die Frage nach einer geeigneten öffentlichen Verkehrsverbindung zwischen den beiden Gemeinden. Die Arbeitsgruppe schlägt vor, die Schulstandorte im bisherigen Rahmen zu erhalten und sie einer Schulleitung zu unterstellen.

Es wird zudem empfohlen, die beiden Ortsbürgergemeinden zusammenzulegen und die Forste im Forstbetrieb Birr-Lupfig zu vereinigen. Da eine getrennte Weiterführung der beiden Ortsbürgergemeinden aufgrund der kantonalen Gesetzgebung nicht möglich ist, müssten sie ansonsten aufgelöst respektive durch die Einwohnergemeinden übernommen werden.

Ausserdem macht die entsprechende Arbeitsgruppe den Vorschlag, die technischen Dienste zusammenzulegen. Am Vereins- und Kulturleben soll sich wenig ändern. Diskutiert werden muss lediglich, welche Anlässe künftig gemeinsam durchgeführt werden sollen und welche nicht.

Zwei Schwimmbäder unterstützt

Derzeit unterstützen beide Fusionspartner je ein Schwimmbad. Im Unterschied zu Lupfig ist Scherz vertraglich ans Freibad Schinznach gebunden. Die neue Gemeinde würde Rechtsnachfolgerin dieser Verpflichtung. Gemäss Arbeitsgruppe ist es Aufgabe des künftigen Gemeinderats, dieses Engagement allenfalls mittelfristig neu auszurichten.

Nach der Infoveranstaltung für die Bevölkerung fällen die Gemeinderäte von Lupfig und Scherz am 26. Februar 2016 einen Grundsatzentscheid zur Fusion. Bei positivem Ausgang werden die Stimmbürger in einem ersten Schritt an der Sommergmeind über den Zusammenschluss befinden. Erfolgt ein «Ja», wird anschliessend im Rahmen des obligatorischen Referendums im vierten Quartal an der Urne definitiv über die Fusion abgestimmt. (CM)