Brugg
«Luegid vo Bärg und Tal» - Musikschullehrer führen durch Volksmusik-Welt

Die traditionelle Serenade im Park der Villa Keller gehört zur Büscheliwoche dazu. Dieses Mal präsentierten die Musikschullehrer Volksmusik aus der ganzen Welt.

Irene Hung-König (Text und Foto)
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Serenade im Park der Villa Keller
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Dirigent André Froelicher führt die Lehrkräfte durch die Musikstücke.
Die Gäste hören sich das Konzert auch vom Balkon der Keller-Villa aus an.
Richard Warwick (M.), Werner Ammann (links) und Mathieu Friz spielen eine Rockabilly-Nummer.
Serena Raffi spielt virtuos auf ihrer Blockflöte.
Thomas Zimmermann spielt das Alphorn mit Sennenkäppi.

Serenade im Park der Villa Keller

AZ

Im Park der Villa Keller am Wildenrainweg in Brugg herrscht schon eine Dreiviertelstunde vor Konzertbeginn reges Treiben, viele Sitzplätze sind besetzt. Die Serenade im Park zu Beginn der Büscheliwoche ist beliebt, sie stellt gleichzeitig den Startschuss zu einer Reihe kultureller Leckerbissen rund ums Jugendfest dar.

Alle drei Jahre gestalten die Lehrkräfte der Musikschule das Programm, diesmal unter dem Titel «Luegid vo Bärg und Tal». Volksmusik in allen Variationen und aus den verschiedensten Ländern wurde geboten an diesem milden Sommerabend. Die Moderatoren Ursi Rechsteiner und Theo Schmid führten mit Witz und allerlei Informationen zu den Komponisten durchs Programm der Brugger «Vielharmonie».

«Vielleicht musste er auch mal eine Runde zahlen»

Gestartet wurde mit Béla Bartoks sechs rumänischen Volkstänzen, die von Felix Graf arrangiert waren und rassig, fröhlich, aber auch melancholisch daherkamen. Béla Bartok habe Volksmusik gesammelt und bei der Landbevölkerung um Musik gebeten. «Vielleicht musste er auch mal eine Runde zahlen», sagte Theo Schmid. Besinnlich gings mit den irischen Liedern «Down by the Sally Gardens» und «Danny Boy» weiter. Severine Schmid an der Harfe und Querflötenspielerin Michela Borioli präsentierten diese bekannten irischen Volkslieder mit viel Gefühl.

Mit «Primavera porteño» von Astor Piazzolla wurden die Gäste in den Frühling der argentinischen Hauptstadt entführt. Danach spielte Serena Raffi virtuos auf ihrer Blockflöte «La Luna» von Christiane Marti. Dieses Stück nimmt Bezug auf die Volkslied-Tonarten. Ein sogenanntes Zigeuner-Moll etwa gebe den Hinweis auf Osteuropa.

Fussball-EM war ein Thema

Tagesaktuell präsentierte sich Ursi Rechsteiner im spanischen Fussballtrikot, um sogleich die Niederlage gegen die Italiener bekannt zu geben. «Zum Glück können die Spanier besser komponieren», meinte sie trocken und leitete damit zu Enrique Granados spanischem Tanz Nr. 5 über. Dieser wurde von den drei «Gitarreros» Claudia Abraham, Werner Ammann und Wulf Grossmann gespielt.

«Och Moder, ich well en Ding han» und «Feinsliebchen» sang Elisabeth Wetzel, Susanne Lang begleitete sie am Klavier. Diese Kunstlieder aus der Feder von Johannes Brahms waren vor allem in Deutschland bekannt. In Richtung USA ging es mit der Rockabilly-Nummer «A Lessons or two» und dem Jazz-Rock-Stück «Help the Poor».

Die Lehrkräfte setzten mit dem Schweizer Medley den Schlusspunkt: «s’Vreneli vom Guggisbärg», «La haut sur la montagne» oder «z’Basel am mym Rhy» liessen die Gäste mitsummen. Zu gefallen vermochte auch die jazzige Bruggerlied-Variante. Nach rund eineinhalb Konzert-Stunden hatten die Gäste noch nicht genug, das Schweizer Medley wurde nochmals gespielt.