Das positive Budget 2019 ist von links bis rechts mit Freude zur Kenntnis genommen worden im Windischer Einwohnerrat am Mittwochabend: Bei einem gleichbleibenden Steuerfuss von 115 Prozent wird gerechnet mit einem Gewinn von 317 270 Franken.

Gemeindepräsidentin Heidi Ammon wies auf den Selbstfinanzierungsgrad von 130 Prozent (Vorjahr 71 Prozent) hin und hob hervor, dass sich der Gemeinderat und das operative Leitungsteam beim Budgetprozess orientiert haben am Leitsatz der Finanzstrategie: «Wir setzen unsere finanziellen Mittel zielgerichtet und nachhaltig sein.»

Zufrieden, dass diesem Leitsatz nachgelebt wird, zeigte sich Paul Bitschnau (SP). Gewinn und Schuldenabbau seien wunderbare Stichworte, stellte er fest. Die Wachstumsstrategie der Gemeinde aber, fügte Bitschnau an, habe zwei Gesichter: nicht nur der Steuerertrag steige, sondern auch Aufwand.

Toni Burger (CVP) erwähnte ebenfalls – das sei im Gegensatz zum positiven Ergebnis weniger erfreulich – die höheren Pflichtausgaben. Er erwartet, dass der Gemeinderat diese Entwicklung wachsam im Auge behält und das Notwendige vom Wünschenswerten trennt.

Nachvollziehbar und aussagekräftig

Kurz und lobend über das Budget äusserten sich Philipp Ammon (SVP) und Stefan Fehlmann (EVP). Letzterer brauchte die Ausdrücke hohe Qualität, nachvollziehbar, realistisch, detailliert und aussagekräftig.

Von einem sehr guten Eindruck sprach ebenfalls Philipp Umbricht (FDP). Es sei zurückhaltend budgetiert worden, die Erwartungen würden erfüllt. Umbricht betonte, dass positive Abschlüsse nötig sind, um anstehende, grosse Vorhaben wie den Neubau der Schulanlage Dohlenzelg stemmen zu können. Die finanziellen Zukunftsaussichten seien nicht schwarz, sondern – mit dem dem prognostizierten Schuldenanstieg – rot. Alle müssten sich zusammenraufen, um die Herausforderungen meistern zu können, alle müssten am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen, «sonst geht es nicht». Die FDP wolle weder einen politischen noch einen finanziellen Scherbenhaufen und sei deshalb bereit, «am einen oder anderen Ort über den eigenen Schatten zu springen».

FDP-Anträge abgelehnt

Im Namen der Fraktion stellte Umbricht in der Detailberatung drei Anträge. Er forderte, der Budgetkredit von 84 000 Franken für den Ersatz von Tischen und Stühlen in der Mehrzweckhalle sei zu streichen, die Anschaffung auf später zu verschieben. Weiter wehrte er sich gegen den Kauf einer Kamera für 45 000 Franken zur Überwachung des Verkehrs sowie gegen den im Budget eingestellten Betrag für die dadurch generierten Bussen in der Höhe von 30 000 Franken. Ein solches System sei mit einem erheblichen administrativen Aufwand verbunden und für den angestrebten Zweck nicht geeignet, hielt Umbricht fest. Alle drei Anträge wurden in der Folge allerdings abgelehnt.

Die 36 anwesenden Einwohnerräte – von insgesamt 40 – haben das Budget 2019 mit einem unveränderten Steuerfuss von 115 Prozent schliesslich ohne Gegenstimme angenommen.

Gemeindehausplatz wird attraktiver

Nebst dem Budget standen an der 250. Sitzung des Windischer Einwohnerrats etliche weitere Themen auf der Traktandenliste. Gleich zu Beginn wurde Gabrielpillai Santhiyapillai für die SP als Einwohnerrat vereidigt. Er ersetzt Rahel Downey, die im Sommer ihren Rücktritt bekannt gab.

Genehmigt wurde mit 36:0 Stimmen einerseits die Kreditabrechnung Campussaal, die mit einer Kreditunterschreitung von gut 272 000 Franken schloss. Statt 1 Mio. Franken resultierten Bruttoanlagekosten von 778 000 Franken. Andererseits sagte das Gemeindeparlament Ja zur Kreditabrechnung der Betriebsbeiträge für die Jahre 2016 und 2017 des Treffpunkts Integration. Hier resultierte eine Kreditunterschreitung von knapp 11 000 Franken (245 000 Franken statt 256 000 Franken).

Zugestimmt hat der Rat nach angeregter Diskussion auch der Neugestaltung der Umgebung des Gemeindehauses mit Vorplatz und Brunnenplatz. «Mit der Aufwertung der Plätze schaffen wir kleine, feine grüne Oasen», hielt FDP-Gemeinderat Max Gasser fest. Teile der SVP erachteten die Investition von 242 000 Franken als zu ineffizient, schliesslich gebe es bereits einen Park in Königsfelden. Letztlich sagte der Einwohnerrat aber klar Ja mit 26:9 Stimmen.

Genehmigt wurde der Zusatzkredit für den Neubau des Stufenpumpwerks Reutenen sowie die Erneuerung der Reutenenstrasse. Ein Antrag der SP, dass der Gemeinderat mit der Brugg Kabel AG Verhandlungen führen soll, damit sich diese an den Kosten beteiligt, kam mit 19:15 durch. Weiter sagte der Einwohnerrat Ja zum Zusammenschluss der Abwasserverbände Wasserschloss und Sammelkanal Birrfeld.