«Mein Leben ist die Musik. Musik ist mein Leben», sagt die 31-jährige Singer-Songwriterin Liv Summer. «Wenn ich Musik mache, versinke ich in meiner eigene Welt. Musik ruft bei mir Erinnerungen hervor, lässt mich träumen und gibt mir Energie.» Das Songschreiben gebe ihr die Möglichkeit, ihre ganz persönlichen Geschichten zu erzählen, fährt die Künstlerin fort. Das Grösste sei dann, wenn es ihr gelinge, andere Menschen durch ihre Lieder zu berühren, die Zuhörer in ihre eigenen Traumwelten zu entführen. «Ich möchte nie zu viel, aber auch nicht zu wenig verraten. Diese Balance zu finden, ist schwierig. Da arbeite ich stetig daran.»

Liv Summer - Take this Train

Liv Summer - Take this Train

Liv Summers neuer Film Take this Train

Liv Summer wuchs als Lena Minder in Windisch auf. Die Musik hat sie durch ihre Kinderjahre begleitet, im Elternhaus liefen die Platten von den Beatles oder von Bob Dylan, und es wurde zusammen musiziert. Mit 7 Jahren begann sie, klassischen Geigenunterricht zu nehmen. Nach der Matura verreiste sie für drei Monate nach Los Angeles, kaufte sich ihre erste Gitarre, begann Lieder zu schreiben und spielte diese erstmals vor Publikum.

Zurück in der Schweiz, studierte sie an der Jazzschule Luzern und an der Zürcher Hochschule der Künste. «Ich wollte die grosse weite Welt erobern.» Sie traf auf Schweizer Künstler wie Lea Lu oder die Band Baba Shrimps, mit denen sie als Gast- und Backgroundsängerin auf den Bühnen stand. Mit Erfolg trat Liv Summer in der Folge mit ihren eigenen Songs auf. Anfang 2012 gewann sie den Red Bull Contest.

Liv Summer - Who will save her

Liv Summer - Who will save her

Im Sommer 2013 verschanzte sie sich zusammen mit ihrer Band in den Bergen, schrieb intensiv an neuen Stücken. Ein Jahr später nahm sie in Basel ihre erste EP mit fünf Liedern auf. Die Single «Never Too Late» kam im Frühling 2015 heraus, im Herbst folgte die EP «Liv Summer».

Mit dem Ergebnis ist sie zufrieden. «Ich bin sehr glücklich. Diese Scheibe hat mir viele Türen geöffnet», sagt die Künstlerin. Immer wieder würden, fügt sie an, neue Leute auf ihre Musik aufmerksam, und zum ersten Mal seien ihre Lieder in den Radios in der Deutschschweiz zu hören. «Die EP-Tour hat mich neben wunderbaren Orten in der Schweiz auch schon nach Berlin geführt, wo ich mit spannenden lokalen Musikern in Kontakt kam.»

Ihre Songs sind einmal leicht, einmal melancholisch, immer sorgfältig arrangiert. «Es ist mir wichtig, dass Melodie und Text gut aufeinander passen – sowohl rhythmisch als auch melodisch», sagt Liv Summer. Ebenfalls versuche sie, zu viele Wiederholungen zu vermeiden, da ihr sonst selbst beim Zuhören langweilig würde. «Ich mag überraschende Wendungen, sowohl in den Lyrics als auch im Arrangement.»

Als ihre Lieblingssängerin und grösstes Idol bezeichnet sie die – «leider verstorbene» – Amerikanerin Eva Cassidy. «Wie sie die alten Klassiker durch ihre eigene Interpretation einnimmt, ist unglaublich und berührt mich jedes Mal. Ich wünschte, es gäbe noch mehr Aufnahmen von ihr.» Inspirierend seien ebenfalls neuere Künstler oder Bands wie John Mayer, Amos Lee, Feist, Boy, The Lumineers.

Liv Summer unterrichtet heute Gesang, leitet eine Vocalgruppe. Will sie abschalten, kocht sie gerne. «Mein Tagesablauf ist nie gleich, das ist einerseits schön und bringt Freiheiten mit sich, andererseits muss man sich gut strukturieren und organisieren.»

Ihre Tour wird sie am 8. April ins Piccadilly in Brugg und am 30. April ins Kulturcafé in Baden führen. «Der Kanton Aargau ist für mich Heimat. Hier habe ich laufen gelernt – auch musikalisch. Die Orte hier sind für mich voll von Erinnerungen», stellt Liv Summer fest und ergänzt: «Es bedeutet mir viel, dass ich meine Songs nun im Aargau spielen darf.»