Windisch
Ligia Vogt: «Die Nomination ist eine grosse Anerkennung»

Sie ist die stille Schafferin im Hintergrund. Normalerweise. Am Freitagabend stand Ligia Vogt aus Windisch für einmal im Rampenlicht. Sie war nominiert als «Heldin des Alltags».

Michael Hunziker
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Ligia Vogt hat die Organisation «Nosotras Aargau» ins Leben gerufen.

Ligia Vogt hat die Organisation «Nosotras Aargau» ins Leben gerufen.

Chris Iseli

Von über 300 eingegangenen Bewerbungen schweizweit schaffte sie es unter die letzten drei: Ligia Vogt aus Windisch. Die 54-Jährige war vom Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) für ihr freiwilliges Engagement nominiert worden als «Heldin des Alltags».

Am Freitagabend hat die festliche Preisverleihung stattgefunden, die live übertragen wurde von Radio SRF 1 und «Schweiz aktuell». Bekannt gegeben wurde, welcher Kandidat beim Online-Voting am meisten Stimmen geholt hat. Für den Pokal, so viel vorweg, reichte es Ligia Vogt am Schluss allerdings nicht.

Es sei ein sehr emotionaler Moment für sie, sagte die sichtlich berührte Windischerin zu Beginn des Anlasses. Die Nomination als «Heldin des Alltags» sei eine grosse Anerkennung.

«Nosotras Aargau» gegründet

Ligia Vogt hilft Migrantinnen bei der Integration und betreut Opfer von häuslicher Gewalt oder sexueller Ausbeutung. 2005 rief sie die Organisation «Nosotras Aargau» ins Leben. Diese bietet Sprach- und Computerkurse sowie Familien- und Schwangerschaftsberatungen an.

Hunderte Frauen – vor allem spanisch und portugiesisch sprechende – haben in den letzten Jahren profitiert und das Angebot genutzt. Rund 30 Fachleute unterstützen die Organisation unentgeltlich: Anwälte, Psychologen, Heilpädagogen und Dolmetscher.

Mittlerweile hat «Nosotras Aargau» Standorte in Baden und Aarau. Eine grosse Motivation sei, wenn positive Resultate zu erkennen seien, sagte Ligia Vogt an der Preisverleihung.

Die gebürtige Venezolanerin kam vor über 20 Jahren in die Schweiz – der Liebe wegen. Mit ihrem Schweizer Mann gründete die studierte Erziehungs-Wissenschaftlerin eine Familie. Ligia Vogt ist zweifache Mutter. Für die SP sitzt sie aktuell im Windischer Einwohnerrat.

Am Sonntag zu Gast in Radiostudio

«Held des Alltags» wurde Markus Walser, Retter der Seilbahn Palfries SG. Vorgeschlagen war ebenfalls Margrit Bischofberger, die gute Seele des Frauenvereins in Güttingen TG. «Das soziale Zusammenleben wäre gar nicht möglich ohne Freiwilligenarbeit», stellte SRF-Direktor Ruedi Matter fest.

Alle Nominierten sind am Sonntag, 4. Februar, 10 Uhr, zu Gast in der Gesprächssendung «Persönlich» von Radio SRF 1. Der Anlass im Radiostudio Brunnenhof in Zürich ist öffentlich, der Eintritt frei. Türöffnung ist um 9 Uhr.