Brugg
Liftgurten aus Brugg sind weltweit im Einsatz

Produziert werden jährlich rund 3500 Kilometer tragfähige Flachriemen für das In- und Ausland. Hergestellt werden diese Flachriemen sowohl in Brugg als auch in China. CEO Markus Grüter sprach von einem interessanten Markt.

Michael Hunziker
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Produktionsleiter Rolf Reichert erklärt, wie die Belts, die Aufzugsgurten für Liftanlagen, entstehen. mhu

Produktionsleiter Rolf Reichert erklärt, wie die Belts, die Aufzugsgurten für Liftanlagen, entstehen. mhu

«Trotz eher verhaltenem Start sind wir zuversichtlich für das Jahr 2013», sagte Otto H. Suhner, Verwaltungsratspräsident der Gruppe Brugg, an der Bilanzpressekonferenz gestern Donnerstag (siehe auch hier).

Hoffnungen setzt das international tätige Unternehmen nicht zuletzt auf die Produktion von Belts. Hergestellt werden diese Flachriemen sowohl in Brugg als auch in China.

Zum Einsatz kommen sie auf der ganzen Welt in Liftanlagen in bis zu 20 Stockwerke hohen Gebäuden – Bürotürme oder Mehrfamilienhäuser. Laut Markus Grüter, CEO der Brugg Cables Industry AG, ist überdies ein neues Produkt geplant, das in bis zu 40-stöckigen Hochhäusern Verwendung finden soll.

Produktionsleiter Rolf Reichert mit dem Kunststoff-Granulat, das bei der Belt-Herstellung verwendet wird
8 Bilder
Im Rohrbereich konnte der Rekordabsatz des Vorjahres nicht ganz erreicht werden (zvg)
Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner geht auf das Geschäftsjahr 2012 ein
Produktionsleiter Rolf Reichert zeigt, wie und wo die Belts produziert werden
Der Standort Brugg Cables China (zvg)
Der Verwaltungsrat der Gruppe Brugg
Auch hier ist das Wissen der Gruppe Brugg gefragt
CEO Urs Schnell (links) und Verwaltungsratspräsident Otto H. Suhner

Produktionsleiter Rolf Reichert mit dem Kunststoff-Granulat, das bei der Belt-Herstellung verwendet wird

AZ

«Interessanter Markt»

Grüter sprach von einem interessanten und wachsenden Markt. Die Bevölkerung nehme zu und tendenziell werde stärker in die Höhe gebaut.

Die Nachfrage nach Aufzügen dürfte in Zukunft also steigen. Weiter könnten bestehende Liftanlagen, die aus Altersgründen saniert oder ersetzt werden, neu mit Belts ausgestattet werden. Der CEO versicherte, dass am Produktionsstandort Brugg für die kommenden Jahre genügend Kapazitäten vorhanden sind.

Auf einem Rundgang machte Produktionsleiter Rolf Reichert auf die Vorteile aufmerksam: Bei den flachen Aufzugsgurten, an denen die Kabinen befestigt werden, sei der Biegeradius wesentlich geringer als bei einem herkömmlichen Stahlseil.

Anders gesagt: Weil weniger Platz beansprucht wird, kann bei Liftanlagen auf einen separaten Aufbau verzichtet werden.

In Brugg werden alleine für die Produktion der jährlich rund 3500 Kilometer Belts um die 750 Tonnen Rohmaterial umgeschlagen – einerseits kompakte Stahllitzenseile, andererseits Kunststoff in Form von widerstandsfähigen Hightech-Polymeren. Reichert ging auf den Herstellungsprozess ein und wies auf die Besonderheiten hin.

Einiges muss berücksichtigt werden, damit die Flachriemen am Schluss über eine hohe Zugfestigkeit, eine kleine Dehnung, eine geringe Geräuschentwicklung und Abnützung, eine hohe Beständigkeit und Widerstandsfähigkeit sowie über geringe Wartungskosten und eine hohe Lebensdauer verfügen.

Unter anderem muss dem Kunstsoff, der in Form von Granulat angeliefert wird, die Feuchtigkeit entzogen werden und laufend muss die Temperatur überwacht werden.

Rigorose Auflagen

Sowieso werde dem Bereich Überwachung grosse Aufmerksamkeit geschenkt, so Reichert.

Aus gutem Grund: Beim Kunden der Aufzugsgurten handelt es sich um die Firma Otis, den weltgrössten Hersteller von Aufzügen.

Und Otis mache rigorose Auflagen, wolle kein Sicherheitsrisiko eingehen, betonte der Produktionsleiter. «Belts, bei denen die strengen Prüfwerte nicht eingehalten werden, sind nicht einsatzfähig.»

Laut CEO Grüter haben die «sehr hohen» Anforderungen des Kunden – mit einem Blick auf allfällige Konkurrenten – auch Vorteile für die Brugg Cables Industry AG.

Denn andere Firmen seien unter Umständen nicht bereit oder nicht in der Lage, diese Vorgaben zu erfüllen.

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