Brugg
Lichterspektakel, Tanz und selbst verfasste Texte

Volle Ränge in der Stadtkirche Brugg an der von der Langmattschule gestalteten städtischen Weihnachtsfeier.

Carolin Frei
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Bis auf den letzten Platz war die reformierte Stadtkirche besetzt
7 Bilder
Fetzige Tanzeinlage
Gitarrensoli zwischen den Geschichten und Rollenspielen
Das Zündgarn springt von Docht zu Docht
In stundenlanger Arbeit wurde das Zündgarn mittels eines Knopfs mit dem Kerzendocht verbunden
Schlussbouquet mit Pfarrer Wolfgang Rothfahl
Städtische Weihnachtsfeier in Brugg

Bis auf den letzten Platz war die reformierte Stadtkirche besetzt

Carolin Frei

«Ich komme wegen des Baums, aber nicht nur», sagte eine Besucherin. Seit vielen Jahren ist für sie die städtische Weihnachtsfeier am 25.Dezember in der reformierten Stadtkirche in Brugg nicht mehr wegzudenken. Es sei jedes Mal etwas Anderes, und das mache es reizvoll. Das dürften wohl die meisten in der bis auf den letzten Platz besetzten Kirche so gesehen haben.

200 präparierte Kerzen am Baum

Mit grosser Spannung wurde denn auch der Moment erwartet, wo es in der Kirche dunkel wurde. Das war das Zeichen für Titus Meier, der für das Entzünden der Kerzen an der Weihnachtstanne mithilfe eines Zündgarns verantwortlich zeichnete. Im Vorfeld hatte er zusammen mit seinem Bruder und weiteren Helfern den Baum geschmückt und die rund 200 präparierten Kerzen platziert.

An jedem Docht wurde das Zündgarn mittels eines Knopfs befestigt. Kurz nach 17 Uhr setzte Meier das Garn – gut 100 Meter – an verschiedenen Stellen in Brand und löste einen Domino-Effekt aus. Das Feuer sprang von Docht zu Docht und sorgte im Handumdrehen dafür, dass alle Kerzen brannten. Ein kräftiger Applaus würdigte Meiers gelungene Demonstration.

Das Entzünden der Kerzen war nur einer der Höhepunkte. Weitere folgten von den Realschülern der Klassen 1a und 2b des Schulhauses Langmatt. «Das Vortragen selbst verfasster Texte zum Thema ‹Freundschaft und Aussenseiter sein›, Rollenspiele und Tanz stehen auf dem Programm», sagte Lehrerin Irene Spiess, die die Feier mit ihrer Kollegin Marina Kovacevic organisierte.

Den Anfang machte Schülerin Anita. Sie erzählte von ihrer Freundin Sabina, die sie zum Lachen bringen und der sie absolut vertrauen könne. Das mache sie glücklich. Aber auch andere Geschichten kamen zum Zug. «Du siehst ja aus wie eine Zigeunerin», war bei einem Rollenspiel zu hören. «Du trägst billige Kleider, dein Charakter passt uns nicht und überhaupt – aus dir wird nichts werden.» Etwas versöhnlicher die Geschichte von John. Er wurde gemobbt, war der Aussenseiter schlechthin. Erst als die Kollegen erfuhren, dass er aus ärmlichen Verhältnissen stammt, änderten sie ihr Verhalten und nahmen ihn in ihrem Kreis auf.

Zwischen den Geschichten und Rollenspielen gabs Gitarrensoli und eine fetzige Tanzeinlage. «Dass an einer Weihnachtsfeier auch getanzt wird, sieht man nicht alle Tage», stellte ein Besucher erfreut fest. Und eine Besucherin ergänzte: «Es darf ruhig auch mal anders zu und her gehen. Mir hats gut gefallen.»

Gut gefallen hat auch die Geschichte, die Pfarrer Wolfgang Rothfahl am Schluss der Feier erzählte. Ein Kind verpackte eine grosse Schachtel liebevoll in Geschenkpapier. Das Präsent war für den Vater bestimmt. Als er es öffnete, sagte er verdutzt: «Die Schachtel ist ja leer». Worauf das Kind erwiderte: «Aber Papa, siehst du nicht all die Liebe, die da drin ist?»

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