Bözen

Licht bei Bedarf: die intelligente Strassenbeleuchtung zahlt sich aus

Das Licht brennt bei Bedarf, also wenn – wie hier im Oberdorf – Fussgänger, Velofahrer oder Autos erfasst werden.

Das Licht brennt bei Bedarf, also wenn – wie hier im Oberdorf – Fussgänger, Velofahrer oder Autos erfasst werden.

Die Gemeinde Bözen entschied, auf eine intelligente Strassenbeleuchtung zu setzen. Nach einem Jahr kann Roger Frey, Vizeammann in Bözen, ein erfreuliches Fazit ziehen zur gesteuerten LED-Technologie.

Ein Jahr ist die intelligente öffentliche Strassenbeleuchtung in Betrieb in Bözen. Und die Erfahrungen sind überzeugend. Die Lichtverschmutzung kann markant reduziert, der Energieverbrauch massiv gesenkt werden. Die Umstellung sei rundum geglückt, sagt denn auch Vizeammann Roger Frey, der für das Ressort Energie zuständig ist.

Rückblick: Die Gemeinde Bözen entschied, bei der Erneuerung der Beleuchtung auf eine gesteuerte LED-Technologie zu setzen. Im Sommer 2018 genehmigte die Gemeindeversammlung das Projekt für die Umrüstung und den Kredit von 240'000 Franken mit grosser Mehrheit. Bis Ende 2018 wurden alle 129 Strassenleuchten ersetzt. Nur die Leuchtstoffröhren der Bushäuschen und der Autobahnunterführung blieben bisher unangetastet. Dank gutem Projektmanagement, so Vizeammann Frey, konnte der Preis von den geplanten 1860 Franken pro intelligentem Leuchtpunkt um knapp 30 Prozent auf 1305 Franken gesenkt werden.

Auf den Kantons- und Quartierstrassen brennt das Licht seither bei Bedarf. Will heissen: Nur wenn Fussgänger, Velofahrer oder Autos erfasst werden durch die Sensoren, wird die Intensität der Beleuchtung auf dem entsprechenden Strassenabschnitt gezielt erhöht. Sonst bleiben die Lampen gedimmt.

Die Reaktionen aus der Bevölkerung sind positiv

Verzeichnet werden kann gegenüber den alten Quecksilberdampflampen gemäss Frey eine Energieersparnis von über 75 Prozent – mehr als ursprünglich erwartet. Der Stromverbrauch kann im 2019 gegenüber den Vorjahren um 43'157 Kilowattstunden oder um 6762 Franken – für ein Jahr wohlverstanden – reduziert werden. Laut Frey gelingt eine jährliche Ein­sparung inklusive der Unter­haltskosten in der Höhe von knapp 10'000 Franken.

Weiter erfreulich ist für den Vizeammann, dass keine negativen Auswirkungen zu verzeichnen sind. Die Reaktionen von Anwohnern und Verkehrsteilnehmern seien mehrheitlich sehr, sehr positiv – sowohl bezüglich Sicherheit als auch bezüglich Lichtverschwendung. Anders gesagt: Die Akzeptanz sei gross, der Betrieb im ersten Jahr hätte praktisch zu keinerlei Problemen geführt. Sogar für Anlässe wie das Bobbycar-Rennen könnten die Lampen eingesetzt werden.

Informiert werden könnte darüber, ob gesalzen werden muss

Als einziger Kritikpunkt, antwortet Frey auf die entsprechende Frage, erkennen die eingesetzten Sensoren auf den Nebenstrassen teilweise die Verkehrsteilnehmer nicht optimal – was in der Folge nicht zur gewünschten Intensität der Beleuchtung führt. Und der bestehende Abstand zwischen den Lichtpunkten könne sich als zu gross erweisen für Fussgänger, weil die Lampe schon wieder gedimmt ist, bevor die nächste erreicht ist. «Sicherlich kann einiges noch über die Feineinstellung der Anlage optimiert werden», sagt Frey.

Als nun noch anstehender Schritt erwähnt er die Umstellung der Beleuchtung von der bisherigen Rundsteuerung auf die – bereits – eingebaute Helligkeitsmessung, um die Leuchtzeiten weiter optimieren zu können. Möglich wäre zudem, fügt der Vizeammann an, mit Sensoren weitere Daten zu erfassen und zu verwenden. Als Beispiel nennt er eine Verkehrsmessung, um entsprechende Verkehrsmassnahmen zu treffen. Nebenbei: Hochgerechnet rund 500 Motorfahrzeuge in der Stunde fahren werktags jeweils um 7.15 Uhr sowie um 18.15 Uhr über die Hauptstrasse.

Weitere Sensoren könnten Umwelt- oder Wetterdaten liefern: Also etwa Informationen zum Feinstaub und darüber, wie der Verkehr gesteuert werden kann oder ob gesalzen werden muss, weil es schneien wird und die Temperaturen fallen werden.

Kurz: Frey spricht von einem wegbereitenden Projekt für «Smart Vil­lages». Unter diesem Titel wollen die Gemeinden die Chancen der Digitalisierung erkennen. Bözen sei bereit für die zukünftige Nutzung der Daten, stellt der Vizeammann fest.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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