Lupfig/Scherz
Letzte Infos vor der Fusions-Gmeind: Am Wappen gibts nichts zu rütteln

Vor den wegweisenden Gemeindeversammlungen wurde erklärt, was sich bei Zusammenschluss von Lupfig und Scherz ändern würde. Am Wappen gibts nichts zu rütteln.

Michael Hunziker
Drucken
Teilen
Scherz und Lupfig sind zurzeit Nachbarn - doch das könnte sich bald ändern.

Scherz und Lupfig sind zurzeit Nachbarn - doch das könnte sich bald ändern.

AZ

Das Zusammengehen der Gemeinden Lupfig und Scherz führe zu Synergie- und Entwicklungspotenzial: Davon hat sich Richard Plüss, Gemeindeammann in Lupfig, überzeugt gezeigt. Am Mittwochabend informierte er die Bevölkerung in der Mehrzweckhalle Breite über die Traktanden der Gemeindeversammlung. Und an dieser steht der Zusammenschluss-Vertrag zur Debatte. Rund 50 Personen – unter ihnen auch Behördenvertreter sowie Mitglieder der Arbeitsgruppen – folgten der Einladung.

Als Chancen eines Zusammenschlusses auf Anfang 2018 führte Plüss unter anderem den grösseren politischen Einfluss in der Region auf oder die Spareffekte bei der Verwaltung mit einem leichten Ausbau des Service public. Als Nachteile nannte er den Verlust von Identität und Heimat. Der Gemeinderat Lupfig, räumte Plüss ein, habe Druck aufgesetzt, dass die vereinigte Gemeinde den Namen und das Wappen von Lupfig übernehmen wird. Denn beim grösseren Partner handle es sich um einen starken Wirtschaftsstandort mit weltweit tätigen Firmen. Der Name und das Wappen des neuen Ortsteils Scherz, ergänzte der Gemeindeammann, bleiben aber – wie die Postadressen – bestehen.

Ein «Joker» für die Schule

Die Kindergärten sowie die Primarschulen werden in beiden Ortsteilen geführt. Da eine gemeinsame Gemeindeverwaltung in Lupfig angesiedelt würde, entstehen in Scherz sogar freie Räumlichkeiten für die Schule – Plüss sprach von einem «Joker» bei einem allfälligen räumlichen Engpass.

Zu ein paar Fragen führten die Finanzen. Beide Gemeinden, stellte Plüss fest, stehen vor den gleichen Herausforderungen, geraten zunehmend unter Druck. «Der Zusammenschluss kommt zum richtigen Zeitpunkt.» Angesprochen wurde ebenfalls die öV-Verbindung. Das Problem sei erkannt, der Druck werde hochgehalten, um eine Verbesserung zu erreichen, versprach der Gemeindeammann. Überprüft werden müssten, wurde in der stets sachlichen Diskussion weiter erwähnt, die bestehende Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden – Stichwort Beiträge an die Schwimmbäder.

Vielleicht gibts ein paar Tränen

Hans Vogel, Gemeindeammann in Scherz, bezeichnete die beiden Gemeinden in seinem Schlusswort – mit einem Augenzwinkern – als altes Konkubinat. Die Leute leben nahe zusammen, kennen sich. Jetzt gelte es, die lebendigen und vielschichtigen Beziehungen auszuweiten. Vielleicht werde es dann und wann eine kleine Träne geben, sagte Vogel mit dem Verweis auf den Verlust der politischen Gemeinde Scherz. Diese Argumente, fügte er an, werden aber an Bedeutung verlieren. Alles in allem soll es ein freudvoller Prozess sein.

Stimmen die Gemeindeversammlungen dem Zusammenschluss-Vertrag zu, folgt noch in diesem Jahr die Urnenabstimmung.

Gemeindeversammlungen: Freitag, 10. Juni; Lupfig, Mehrzweckhalle Breite, 20 Uhr;
Scherz, Turnhalle, 20.15 Uhr.

Steuerfuss soll bei 95 Prozent bleiben

Es war eine Hiobsbotschaft Anfang Jahr: Die Gemeinde Lupfig muss 1,2 Mio. Franken zu viel bezogene Aktiensteuern zurückzahlen. Der Grund: Bei einer grösseren Firma wurden über mehrere Jahre die Aktiensteuern falsch deklariert. Das Unternehmen ist zwar in Lupfig ansässig, hat den Firmensitz aber im Kanton
Zürich. Die Korrektur führt zu einem negativen Rechnungsabschluss von 1,06 Mio. Franken. Ohne diese Rückforderung, sagte Gemeindeammann Richard Plüss an der Informationsveranstaltung, hätte sogar ein kleiner Ertragsüberschuss erzielt werden können. Der Fehlbetrag habe den Gemeinderat veranlasst, ein Sparpaket zu schnüren. Eine Erhöhung des Steuerfusses – heute 95 Prozent – soll vermieden werden, hob Plüss hervor. Ob das gelinge, sagte er auf die Frage aus dem Publikum, werde allerdings erst feststehen, wenn die Resultate aus dem Budgetprozess vorliegen. Das Ziel sei es, insgesamt 600 000 Franken einzusparen. Weiter entscheiden wird die Gemeindeversammlung über einen Kredit von 410 000 Franken für die Sanierung von Abwasserleitungen, einen Beitrag von 162 000 Franken an ein neues Tanklöschfahrzeug der Regionalen Feuerwehr Eigenamt, drei Kreditabrechnungen sowie Einbürgerungen. (mhu)

Aktuelle Nachrichten