Berufsbildung

Lernende stärken den Werkplatz Schweiz und können Karriere machen

Swatch-Konzernchef Nick Hayek motiviert hier die Lernenden im ersten Ausbildungsjahr während dem Lager «Jump-In».

Swatch-Konzernchef Nick Hayek motiviert hier die Lernenden im ersten Ausbildungsjahr während dem Lager «Jump-In».

Die Swatch Group durfte am Dienstag im Campus der Fachhochschule Nordwestschweiz den «Grossen Preis der Berufsbildung» der Hans-Huber-Stiftung entgegennehmen. Der mit 20’000 Franken dotierte Preis soll die Sprachmobilität der Lernenden verbessern.

«68 Prozent der Schulabgänger in der Schweiz absolvieren eine Berufslehre. 21 Prozent entscheiden sich fürs Gymnasium. Ich finde das irrsinnig toll», sagte Crispino Bergamaschi, Direktionspräsident der Fachhochschule (FH) Nordwestschweiz, am Dienstagabend an der Podiumsdiskussion anlässlich der Preisverleihung im Campus Brugg-Windisch. Bergamaschi nannte die Berufslehre ein Anreizsystem sowohl für die Lernenden wie für die Eltern, weil sich dadurch unglaublich viele Weiterbildungsmöglichkeiten öffnen.

Dass das duale Berufsbildungssystem ein wichtiger Grundpfeiler für die wirtschaftliche Stärke der Schweiz ist, stellte an diesem Abend niemand infrage. Kontrovers diskutiert wurde aber der Reformbedarf: Macht es Sinn, eine möglichst hohe Maturitätsquote anzustreben? Sollen Gymnasiasten sogar ohne Praxisjahr an die FH zugelassen werden? Braucht es neue Titel, die international anerkannt werden?

Sie räumen Fehlentscheid ein

Der ehemalige Preisüberwacher Rudolf Strahm und Wirtschaftsprofessor Rolf Dubs räumten ein, dass es ein Fehler war, die Künste wie Tanz und Musik in die FH aufzunehmen. «Diese Studiengänge mit schlechten Aussichten auf eine Stelle nehmen uns Mittel weg, die uns beispielsweise bei der Technik fehlen», so Dubs. Strahm betonte: «Die Optik auf die FH ist heute zu einseitig. Wir müssen unbedingt die höhere Berufsbildung mit einbeziehen.»

Wie wichtig die Berufsbildung in der Schweiz ist, könne ein global tätiger Konzern wie die Swatch Group am besten einschätzen, so Christian Fiechter, Präsident der Hans-Huber-Stiftung. Gerhard Schwarz, Direktor von Avenir Suisse, sagte: «Bei der Swatch Group muss niemand doktorieren, um Karriere zu machen.» Auch Erwachsene könnten bei Swatch noch einen Berufsabschluss nachholen und so mithelfen, dass die Arbeitsplätze in der Schweiz bleiben.

Preis finanziert Sprachprogramm

Im Namen von Nick Hayek nahm Konzernleitungsmitglied Pierre-André Bühler den mit 20’000 Franken dotierten nationalen Anerkennungspreis strahlend entgegen. «Wir verwenden dieses Geld, um die Sprachmobilität – Deutsch und Französisch – bei den Lernenden zu fördern», sagte Ausbildungsleiter Reto Kohli.

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