Nachdem der 54-jährige Primarlehrer im November vor seiner Klasse der Schule Bözberg eine Demonstration mit einer Softair-Pistole durchgeführt hatte, kam es zu einem grossen Aufruhr. Die Schulpflegepräsidentin informierte die Polizei, Beamte durchsuchten das Schulzimmer, aber auch Haus und Auto des Lehrers.

Die Folge für ihn war zudem eine Anzeige wegen versuchter Nötigung und Widerhandlung gegen das Waffengesetz. Danach stellte sich heraus, dass die Schulleiterin den Lehrer angefragt hatte, die Demonstration durchzuführen.

Nun hat die zuständige Staatsanwaltschaft Brugg-Zurzach das Strafverfahren abgeschlossen, wie sie mitteilt. Das Strafverfahren wegen versuchter Nötigung hat sie eingestellt.

Die Strafuntersuchung habe ergeben, dass es sich bei Waffe «für alle beteiligten Schüler erkennbar um eine Spielzeugpistole gehandelt hat und deren Benutzung nicht ernst gemeint war». 

Waffe an den Kopf gehalten

Explizit schreibt die Staatsanwaltschaft in ihrer Mitteilung, dass sich der Lehrer laut Meldung der Schulpflege Bözberg in der Schulstunde eine Softair-Pistole an den Kopf gehalten und in Aussicht gestellt haben soll, abzudrücken, falls die Schüler die korrekte Antwort auf eine Mathematikaufgabe nicht wüssten. 

Im Schulzimmer geschossen

So berichtet Tele M1 am 26.11.2015 über die Softair-Vorführung in einem Schulzimmer in Bözberg (26.11.2015)

Hierbei sei es allerdings «zu einer Verwechslung über den Sachverhalt und der darauffolgenden Meldung an die Kantonspolizei Aargau» gekommen, wie es in der Mitteilung heisst. Der Lehrer habe nämlich auf Wunsch der Schulleitung die Demonstration durchgeführt, hält die Staatsanwaltschaft fest. Diese Demonstration erfolgte mehrere Tage vor dem Einsatz mit der Spielzeugpistole. Auslöser war, dass bei zwei Schülern eine solche Waffen gefunden worden war. Der Lehrer hat sich also nie eine Pistole an den Kopf gehalten. 

Nichtsdestotrotz hat die Staatsanwaltschaft den Lehrer per Strafbefehl zu einer Busse von 100 Franken verurteilt. Der Grund: «Das Tragen einer Waffe sowie die Durchführung eines praktischen Schiessversuchs mit einer Softair-Pistole sind - enge Ausnahmen vorbehalten - verboten», so die Staatsanwaltschaft. Sie beurteilt die Demonstration des Lehrers allerdings als einen «leichten Fall im Sinne des Waffengesetzes». Denn: Die Schiess-Demonstration sollte ausschliesslich der Wissensvermittlung und der Unfallverhütung dienen. Und die Sicherheit der Schüler sei jederzeit gewährleistet gewesen. 

Lehrer nach Softair-Pistolen-Demo freigestellt

So berichtet Tele M1 am 16.12.2015 über die Freistellung des Softair-Lehrers in Bözberg (16.12.215)

Die Schulpflege Bözberg entlässt Primarlehrer, nachdem er mit einer Softair-Pistole zu Demonstrationszwecken einen Schuss vor seiner Klasse abfeuerte.

 Der Lehrer, der Fünft- und Sechstklässler unterrichtete, hatte seine Stelle schon vor den Vorkommnissen auf Ende Schuljahr gekündigt. Er wurde an der Schule Bözberg allerdings noch in der letzten Dezemberwoche vor den Weihnachtsferien freigestellt. Die Schulpflege schrieb damals in einem Elternbrief, dass die Freistellung aber nicht wegen «eines mutmasslichen ‹Vorfalls› mit einer Pistole erfolgt» sei, sondern zur Beruhigung des Schulbetriebs.