Brugg
Lehrer campieren mitten in der Stadt – und feiern bis spät in die Nacht

In Brugg finden in den ersten beiden Ferienwochen Lehrerweiterbildungskurse statt. Die Lehrer campieren dabei auf der Schützenmatt mitten in der Stadt. Das Provisorium lässt kaum Wünsche offen und eignet sich auch zum Festen.

Claudia Meier
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Sonja und Walter Krenn betreuen an diesem Abend die Rezeption
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Lehrer campieren mitten in der Stadt – und feiern bis spät in die Nacht
Die Zelte sind auf der Schützenmatt an der Sonne
Auch eine Feuerschale und Brennholz stellte das Campingteam für die Lehrpersonen bereit

Sonja und Walter Krenn betreuen an diesem Abend die Rezeption

Claudia Meier

Auf der Schützenmatt ist es ruhig, ein sanfter Wind säuselt durch die grossen Baumwipfel. Besser könnten die Bedingungen auf dem temporären Campingplatz für die Teilnehmer der Lehrerweiterbildungskurse in Brugg kaum sein. Das Projektteam hat keinen Aufwand gescheut, den Lehrpersonen während zweier Wochen für Wohnmobil, Wohnwagen und Zelt einen zentralen Platz mit der nötigen Infrastruktur inklusive Häuschen mit Rezeption zur Verfügung zu stellen. «24 ausserkantonale Camper nutzten letzte Woche unser Angebot. Diese Woche sind es noch etwa halb so viele», sagt Walter Krenn, im Projektteam zuständig für Verkehr und Sicherheit sowie Camping.

Walter Krenn leitet zudem das vierköpfige Campingteam. An diesem Abend betreut er zusammen mit seiner Ehefrau Sonja von 17 bis 19 Uhr die Rezeption und den Informationsstand. «Für uns ist es ein idealer Ferieneinstieg», sagt Sonja Krenn. Sie verbringen ihre Ferien selber gerne im Wohnwagen und wissen deshalb, was die Gäste auf dem Campingplatz schätzen. Auf der Schützenmatt gibt es neben Warmwasser und Elektrischem auch einen Unterstand mit Festbänken, grosser Feuerschale und Brennholz. Letzte Woche organisierte das Campingteam einen bunten Abend mit Risotto-Essen. Statt der schriftlich angemeldeten 40 Personen kamen über 70. Die Teilnehmer vom Örgelibau-Kurs motivierten mit ihrem Konzert weitere Lehrpersonen, ihre Instrumente zu holen, und so wurde bis spät in die Nacht gefestet und musiziert.

Dem Vierbeiner ist es zu heiss

Diese Woche ist es ruhiger: Regula Müller und Willy Gut aus dem Kanton Thurgau sitzen beim Nachtessen vor ihrem Wohnmobil. «Ich habe mich sehr spät für die Weiterbildung angemeldet», sagt die Lehrerin. Sie habe ihren Mann gefragt, ob er sie zusammen mit der 17-jährigen Hündin Nica im Wohnmobil begleiten würde. «Er hat sofort Ja gesagt. So können wir einen Teil dieser Ferienwoche gemeinsam verbringen.» Die Region Brugg kennen sie noch nicht. Gut ist froh, dass die Aare in der Nähe ist und er sich im Geissenschachen mit Hündin Nica gut abkühlen kann, denn für grosse Ausflüge ist es für den Vierbeiner schlicht zu heiss. Müller besucht im Campus tagsüber den Kurs «Stressfrei Zeichnen lernen» und ist begeistert. «Es geht darum, die linke Hirnhälfte zurückzudrängen und Spass am Zeichnen zu entwickeln», sagt sie und lacht.

Daniel Brunner aus Schaffhausen ist bereits die zweite Woche auf dem Platz. Er sitzt beim Feierabend-Bier vor dem Wohnmobil und sagt, dass er sich über eine Einzeldusche freuen würde, sich aber grundsätzlich keinesfalls über die Infrastruktur und die sanitären Einrichtungen in der Turnhalle beklagen möchte. Brunner ist Kursleiter. Letzte Woche ging es um die Grundlagen der Holzbearbeitung. Diese Woche bauen die Teilnehmer ein Sperrholzkanu. Das sei sehr intensiv und anstrengend. Deshalb geniesse er am Abend die Ruhe auf der Schützenmatt, fährt Brunner fort und macht es sich im Campingstuhl bequem.

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