Der Römer-Erlebnispark mit den stimmungsvoll inszenierten Fundstätten, Spiel- und Thementouren sowie Übernachtungsmöglichkeiten ist ein wahrer Publikumsmagnet. Und kann es bleiben: Der Grosse Rat hat diese Woche mit 102 zu 23 Stimmen den Kredit für den jährlich wiederkehrenden Bruttoaufwand von 1,285 Mio. Franken genehmigt. Anders gesagt: Mit dieser finanziellen Unterstützung ist der Betrieb über die Pilotphase, die Ende Jahr ausläuft, hinaus gesichert. Kritik kam im Grossen Rat in erster Linie von der SVP, die von einem zu massiven Aufwand im Kulturbereich sprach.

Die Brugger Grossräte, zeigt der Blick ins Abstimmungsprotokoll, hiessen den Kredit gut. Auch diejenigen der SVP – mit Ausnahme von Maya Meier, Auenstein, die Nein stimmte. Martina Sigg (FDP, Schinznach) war an der Abstimmung abwesend.

Freude hüben und drüben

Mit der Überführung in den ordentlichen Betrieb wurde auch eine Verlängerung der Baubewilligung für die seinerzeit befristet bewilligten Legionärsunterkünfte sowie das römische Feldlazarett nötig. Die Baugesuche lagen im letzten Herbst auf. Diese Woche hat der Gemeinderat Windisch, ergibt eine Nachfrage, die Verlängerung bis Ende 2040 genehmigt.

Vom Entscheid des Grossen Rats habe der Gemeinderat zufrieden Kenntnis genommen, sagt Gemeindepräsidentin Heidi Ammon. «Es freut uns ausserordentlich, dass die interaktive Form der Geschichtsvermittlung sowie die Geschichtsaufbereitung – den neusten Erkenntnissen angepasst – weiterhin auf dem Legionärspfad betrieben werden können.»

Auch bei Rahel Göldi, Leiterin Römerlager Vindonissa, ist die Freude gross. Die Zustimmung im Grossen Rat sieht sie als Resultat einer intensiven Tätigkeit der letzten zehn Jahre und einer erfolgreichen Positionierungsstrategie. Für das Team und das Museum Aargau sei der Entscheid Wertschätzung für die geleistete Arbeit und Motivation für die Zukunft zugleich.

Froh über Planungssicherheit

Da sich die Kantonalparteien bereits in der öffentlichen Anhörung Mitte 2018 grossmehrheitlich positiv zum Geschäft äusserten, habe sie der Sitzung des Grossen Rats ziemlich optimistisch entgegengesehen, fügt Rahel Göldi an. Das deutliche Abstimmungsresultat zeugt für sie von der Bedeutung des Legionärspfads «als einer der wichtigsten Kulturinstitutionen im Kanton mit einem in der Schweiz einzigartigen Vermittlungskonzept». Die Gegenstimmen richten sich nicht gegen den Legionärspfad als Kulturprojekt, ist die Leiterin überzeugt. «Sie sind nicht inhaltlicher, sondern finanzpolitischer Natur.»

Froh ist sie über die nun herrschende Planungssicherheit, denn: «Für die weitere Entwicklung des Legionärspfads sind auch künftig neue Vermittlungsangebote notwendig», erklärt Rahel Göldi. «Hierfür ist der Legionärspfad wie bisher auf Drittmittel von Sponsoren, Spendern und Förderstiftungen angewiesen. Die langfristige Sicherheit als ordentlicher Betrieb des Kantons bietet für die Akquirierung von Drittmitteln eine gute Ausgangslage.» Im Fokus der Entwicklung innerhalb der nächsten Jahre liegt gemäss Rahel Göldi die verstärkte Verbindung von Legionärspfad und Vindonissa Museum im Römerlager Vindonissa.