Birrfeld

Leduc im Pyjama, Baschi ausser Atem und ein unberechenbarer James Arthur am Argovia-Fäscht

Die 21. Ausgabe des Argovia-Fäschts brachte Stammgäste und auch neue Gesichter auf die Bühne im Birrfeld. Die Star-Gäste hielten einige Überraschungen für das Publikum bereit.

Als Loco Escrito, ganz in weiss gekleidet, die Bühne betritt, sieht es von Weitem aus, als schwebe er über einem Meer von blauen Hüten. Der Latin- und Reggaeton-Sänger mit kolumbianischen Wurzeln bestritt den ersten Act des Abends und hatte bereits um 16.30 Uhr ein grosses Publikum rund um die Bühne versammelt. Seine Hits «Adiós» und «Mi Culpa» sorgten nach einem zaghaften Start für gelöste Stimmung im Publikum.

Auf Loco Escrito folgte Baschi, mit sieben Auftritten einer der Stammgäste am Argovia-Fäscht. «Ihr Fans hier seid besser als am Rammstein-Konzert», freute sich der Baselbieter, der sich auf der Bühne so verausgabte, tanzte und Luftgitarre spielte, dass er schon nach dem zweiten Song ganz ausser Atem war. Baschi liebt das Birrfeld und das Birrfeld liebt Baschi: Bis in die hintersten Ränge sang das Publikum bei seinen Songs wie «LSG» und «Wenn das Gott wüsst» aus voller Kehle mit, auch wenn die Soundqualität der Lautsprecher nicht bis ganz hinten mithalten konnte.

«Es kribbelt brutal» – Baschi vor seinem Auftritt

«Es kribbelt brutal»: Baschi vor dem Auftritt am Argovia-Fäscht 2019

45'000 Personen kamen am Samstag an die 21. Ausgabe der «Party des Jahres», rund 5000 mehr als letztes Jahr. Und fast jeder der 45'000 Gäste stimmte mit ein, als Lo & Leduc die ersten Takte ihres Hits «079» spielten. «Gäb sie mir wenigstens d’ Vorwahl, per favore», klang es aus tausenden Mündern. Lo & Leduc lieferten aber auch abseits ihres wohl bekanntesten Hits eine gute Show ab, mit einem Freestyle und Songs wie «Chileli vo Wasse». Leduc fiel mit seinem ausgefallenen Bühnen-Outfit auf, ein Blau gemusterter Anzug, der von Weitem an einen Pyjama erinnerte. Unterstützt wurden die beiden von Sängerin Julia Portmann. Im rein männlich besetzten Line-up war sie eine der wenigen Frauenstimmen, die man an dem Abend auf der Bühne zu hören bekam, und leider auch nur viel zu kurz. Nach «079» schien die Luft bei den Zuschauern raus zu sein, viele bahnten sich ihren Weg nach draussen, in Richtung Essen und Getränke. Lo & Leduc machten weiter und lockten zum Ende mit «Im erschte Tram» die Zuschauer nochmals aus der Reserve.

Auf Lo & Leduc folgte mit James Arthur der erste internationale Act auf der Argovia-Bühne. Der Brite wurde berühmt, als er 2012 die Castingshow «The X Factor» gewann. Seine Interpretation des Songs «Impossible» von Shantelle machte ihn schlagartig zum Star. «Impossible» ist auch heute noch in aller Munde, wie sich am Samstag auf dem Birrfeld zeigte, wo das Publikum leidenschaftlich mit einstimmte.

Für James Arthur blieb es aber nicht bei diesem einen Hit: «Say you won’t let go» hielt sich 35 Wochen in den Schweizer Charts. Der Erfolg bekam dem 31-jährigen jedoch zu Anfang nicht gut. Der Druck wurde ihm zu viel, Angstzustände und Versagensängste trieben den Sänger in den Drogen- und Alkoholkonsum. Nach einer Auszeit vom Musik-Business kam er mit seinem Album «Back from the Edge» zurück und begeisterte seine Fans erneut. In dem Comeback-Album und Songs wie «Recovery» verarbeitet er die schweren Zeiten.

Arthur ist dafür bekannt, auf seinen Konzerten gerne andere Musiker zu covern. «Wer mich kennt, der weiss, dass ich super gerne Ariana-Grande-Songs spiele», sagt er. Das Publikum war von seiner Interpretation von «No tears left to cry» sichtlich begeistert. Dabei liess es der Sänger aber nicht bleiben, es folgten kurze Einlagen von Nirvana oder Justin Timberlake. Die Covers wechselten sich ab mit Schmusesongs, Rap und rockigeren Nummern. James Arthur blieb bis zum Ende seiner Performance unberechenbar.

Kurz vor Mitternacht war das Publikum zwar etwas geschrumpft, die Party-Stimmung dafür umso besser. Zu diesem Zeitpunkt betrat mit Rapper Stress genau der Richtige die Bühne und nahm mit seiner Energie das ganze Feld ein. Mit Songs wie «Rester soi-même» und «All my Life» läutete er eine Party-Nacht ein, die noch lange dauern sollte.

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Autor

Alice Guldimann

Alice Guldimann

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