Brugg

Lebensraum seltener Tier- und Pflanzenarten am Bruggerberg wieder geschützt

Zufrieden mit dem Ergebnis (von links): Stadtrat Reto Wettstein, Pro-Natura- Geschäftsführer Johannes Jenny sowie Projektleiter Philipp Schuppli vor der sanierten grossen Trockensteinmauer am Rinikersteig.mhu

Zufrieden mit dem Ergebnis (von links): Stadtrat Reto Wettstein, Pro-Natura- Geschäftsführer Johannes Jenny sowie Projektleiter Philipp Schuppli vor der sanierten grossen Trockensteinmauer am Rinikersteig.mhu

Am Bruggerberg wurde mit tatkräftiger Unterstützung privater sowie einer Crowdfunding-Aktion die grosse Trockensteinmauer repariert. Bei der Sanierung der schwächsten Stellen wurde Wert gelegt auf ein optimales Gefüge für die immer seltener werdende Schlingnatter.

Zufrieden mit der sanierten Trockensteinmauer am Rinikersteig zeigten sich bei einem Augenschein am gestrigen warmen und sonnigen späteren Donnerstagnachmittag der Brugger Stadtrat Reto Wettstein, Pro-Natura-Geschäftsführer Johannes Jenny sowie Projektleiter Philipp Schuppli.

Der Bruggerberg sei nicht nur eine wunderbare Wohnlage für Menschen, sondern auch ein wertvoller Lebensraum für seltene Tier- und Pflanzenarten, stellte Johannes Jenny fest. Diese Ausgangslage habe in der Vergangenheit zu einem Konkurrenzkampf geführt – und zu Auseinandersetzungen. Vor bald 15 Jahren, fuhr Jenny fort, wurde ein Kompromiss ausgehandelt zwischen Grundeigentümern und Pro Natura. Letztere habe den Auftrag, Natur und Landschaft zu schützen – und sei deshalb nicht überall beliebt. Aber gemeinsam mit der Stadt Brugg sei ein Weg gefunden worden, auf den verbleibenden Naturflächen möglichst viele unterschiedliche Lebensräume zu erhalten. Jenny sprach von einem Mosaik aus Mähwiesen und Ziegenweiden.

Mit der Restauration der Trockensteinmauern, fuhr der Pro-Natura-Geschäftsführer fort, sei ein neues Kapitel aufgeschlagen worden in der langen Geschichte des steilen Geländes – den sonnenwarmen Hängen mit den lockeren Böden, die noch bis vor dem Ersten Weltkrieg für den Anbau von Reben genutzt wurden.

Praktisches mit Nützlichem verbinden

Dieses Jahr ist die Sanierung der grossen Mauer am Rinikersteig angegangen worden. Das Bauwerk war einsturzgefährdet, geriet immer mehr in Schieflage, einzelne Steine hatten sich gelöst. Bei der Reparatur der schwächsten Stellen wurde Wert gelegt auf ein optimales Gefüge für die Schlingnatter, erklärte Projektleiter Philipp Schuppli. Mit Löchern und Terrassen seien Plätze geschaffen worden, damit sich die scheue und seltene Schlangenart aufwärmen oder aber zurückziehen kann. Die erneuerte Mauer hat nun die nötige Tiefe, um den hohen Hangdruck standzuhalten. Zudem sei die Sicherheit für die Verkehrsteilnehmer – unterwegs sind auf der Quartierstrasse viele Velofahrer – gewährleistet.

Gleichzeitig wurden Waldrand und Hecke aufgelichtet, Kleinstrukturen aufgeschichtet oder Steinlinsen erstellt. Rund 60'000 Franken werden investiert in den Erhalt und die verbesserte Vernetzung der Lebensräume. Die finanziellen Mittel kommen vom Bundesamt für Umwelt, von der Stadt Brugg, von privaten Spendern sowie aus einer Crowdfunding-Aktion. Viel Eigenleistung stammt auch von Pro Natura Aargau.

Das Praktische werde mit dem Nützlichen verbunden, zeigte sich Stadtrat Reto Wettstein erfreut, die Hangsicherung werde mit dem Naturschutz kombiniert. Er wies darauf hin, dass weitere Einsätze folgen.

Autor

Michael Hunziker

Michael Hunziker

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