Coronakrise

Lebensmittel im Plastiksack: Jetzt hat auch Brugg einen Gabenzaun

Erste Waren hängen schon am Zaun: Simon Rohr, Pastor der Chrischona-Gemeinde in Brugg.

Erste Waren hängen schon am Zaun: Simon Rohr, Pastor der Chrischona-Gemeinde in Brugg.

Duch den Coronavirus befinden sich mehr Menschen in einer Krise. Die Chrischona-Gemeinde lanciert ein unbürokratisches Hilfsangebot für Armutsbetroffene.

«Dieser Zaun ist nicht wählerisch», sagt Simon Rohr, Pastor der Chrischona-Gemeinde in Brugg. Am Mittwochabend wurde der erste Aargauer Gabenzaun auf dem Areal der Freikirche am Vereinsweg 10 eröffnet.

Die Initiative kam von Markus Bütikofer, einem Mitglied der Kirchgemeinde, inspiriert vom Gabenzaun an der Zürcher Langstrasse. «Es ist eine gute Sache, die sich einfach umsetzen lässt», sagt Rohr. Die Coronakrise und deren Auswirkungen führten dazu, dass mehr Menschen auf Hilfsangebote angewiesen seien. Ob tatsächlich in Brugg ein Bedarf vorhanden ist, weiss Rohr noch nicht. «Es ist ein Experiment für uns.» Das Konzept dazu stammt ursprünglich aus Deutschland.

Hygieneartikel und Lebensmittel im Säckli

Menschen, die spenden möchten, können diese Waren in durchsichtigen Plastiksäckli, beschriftet mit dem Inhalt, an den Brugger Zaun hängen. So werden die Hygieneregeln des Bundes eingehalten. Durch die Grösse des Areals sei auch der Mindestabstand problemlos einhaltbar. Bedürftige Menschen können sich dann jene Artikel vom Zaun nehmen, die sie benötigen. «Es ist ein Geben und Nehmen», sagt Rohr. Gefragt sind vor allem Hygieneartikel wie Zahnpasta oder Duschgel sowie langhaltbare Lebensmittel wie Mehl und Reis.

Die Eröffnung am Mittwoch war unspektakulär. Einige Passanten schauten vorbei. Gestern Abend wurden dann die ersten Säckchen abgeholt. Rohr hofft, dass der Gabenzaun bekannter wird und die Information bei jenen ankommt, die betroffen sind. Alle Menschen seien willkommen, unabhängig ihrer Religion, sagt Rohr. Es handle sich keineswegs um eine missionarische Aktion. «Der Zaun ist für alle da, die zurzeit Mühe haben, das Leben zu stemmen», sagt er.

Generell sei in der Schweiz derzeit eine schöne Solidarität spürbar. So hofft Rohr denn auch, dass der Zaun weder missbraucht noch beschädigt wird. Der Gabenzaun befindet sich direkt am Gemeindehaus der Chrischona, in dem auch Pastor Rohr wohnt. Mitglieder der Kirchgemeinde kontrollieren den Zaun jeweils einmal täglich.

Das Aufhängen und Abhängen der Waren läuft anonym ab. Es wird keine Liste geführt. Sollte sich ein grosser Bedarf herausstellen, wird der Zaun auch nach der Coronakrise bleiben.

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