Brugg
«Launy’s Pizza» : Wo am wenigsten Pizzen gegessen werden

Der Familienbetrieb aus Hausen bringt die tamilische Küche in die Brugger Altstadt. Im vergangenen Herbst wagte das Paar den langersehnten Schritt in die Selbstständigkeit.

Claudia Meier
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Gunasegaram Annalingam und seine Ehefrau Sasidevi Gunasegaram haben sich an der Hauptstrasse in Brugg einen Traum erfüllt

Gunasegaram Annalingam und seine Ehefrau Sasidevi Gunasegaram haben sich an der Hauptstrasse in Brugg einen Traum erfüllt

Claudia Meier

Der Gast ist begeistert. Soeben habe er in der Brugger Altstadt ein sehr feines Kottu Roti gegessen, verkündet er auf Facebook. Das populäre Gericht aus der Küche der Tamilen mit in Streifen gehacktem Roti (ungesäuertes Fladenbrot), pikant gewürztem, kurz gebratenem Gemüse, Eiern und Fleischstückchen schmeckt offenbar auch den Schweizern. Gastgeber Gunasegaram Annalingam, die meisten nennen ihn Segar, lacht und sagt: «Ja, wer bei uns einmal etwas probiert hat, schaut zum Essen wieder bei uns vorbei.»

Seit 30 Jahren lebt der Vater eines Sohns und einer Tochter in der Region Brugg. In seiner Heimat Sri Lanka hatte er Medizin studiert, aber nicht abgeschlossen. Auf einer Reise durch Europa kam er in die Schweiz, wo es ihm auf Anhieb gefiel. Hier wollte er fortan leben und in der Gastronomie arbeiten. Zu Beginn wohnte er in der Brugger Altstadt, der Vorstadt und in Umiken. Seine Ehefrau Sasidevi Gunasegaram, mit dem Spitznamen Sasi, ist wie Segar in der Stadt Jaffna ganz im Norden von Sri Lanka aufgewachsen.

Sasi lebt seit 1994 in der Schweiz. Hier hat sie als Köchin in verschiedenen Gastronomiebetrieben gearbeitet. Curry in allen möglichen Variationen mag sie selber am liebsten.

Mit zwei asiatischen Menüs haben sie angefangen

Im vergangenen Herbst war es endlich soweit und das Ehepaar, das in Hausen wohnt, wagte den langersehnten Schritt in die Selbstständigkeit. An der Hauptstrasse 33 mitten in der Brugger Altstadt eröffnete es das eigene Restaurant Launy’s Pizza, benannt nach dem Spitznamen der Tochter. Da Segar und Sasi nicht sicher waren, wie die tamilischen Gerichte bei den Bruggern ankommen, setzten sie zuerst auf Pizza, Pasta und andere europäische Speisen wie Eglifilets und Cordon bleu.

«Am Anfang hatten wir nur ein oder zwei asiatische Menüs pro Tag im Angebot. Schrittweise haben wir die Auswahl vergrössert», erzählt Segar. Eine weitere Spezialität sind tamilische Desserts, die Sasi wie alle asiatischen Gerichte – etwa das beliebte Reisgericht Biriyani – selber zubereitet. Ihr Ehemann kümmert sich vor allem um die Gäste und hilft in der Küche mit. Für die meisten administrativen Abklärungen und Büroarbeiten im Hintergrund ist Sohn Lausigan zuständig.

Der Lockdown im März – nur wenige Monate nach der Eröffnung ihres Lokals – war für die Familie ein harter Schlag. Umso grösser ist deshalb die Freude, dass die Gäste nun auch wieder vor Ort essen dürfen. «Sogar Tamilen aus Basel waren schon mehrmals bei uns», erzählt Sasi.

Party-Service für Gruppen soll ausgebaut werden

Der Familie ist es ein Anliegen, das Lokal zu einem Treffpunkt zu machen, wo gute Stimmung herrscht. Neben Take-away ist auch Party-Service für Gruppen möglich und soll ausgebaut werden. «Launy’s Pizza» dürfte das Altstadt-Lokal sein, wo am wenigsten Pizzen gegessen werden, weil hier die meisten Gäste die asiatische Küche vorziehen.

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