An der Kirchgemeindeversammlung vom 4. Juni wird über die Zukunft des Laubsägelihuuses in Brugg entschieden – darüber, ob das baufällige Haus an der Stapferstrasse 15 umfassend saniert wird und dabei auch der Aussenraum eine Aufwertung erfährt. Vorgelegt wird ein Kreditantrag, der sich auf einen Betrag von 1,152 Millionen Franken beläuft.

Der letzte erhaltene Vertreter des Brugger Chaletbaus stammt aus dem Jahr 1899 und wurde 1900 von der röm.-kath. Kirchenbaugesellschaft, dem Vorläufer der Kirchgemeinde, erworben. Bis zur Einweihung der Kirche St. Nikolaus 1905 wurden darin Gottesdienste gefeiert und Religion unterrichtet. Danach diente es bis 1925 als Pfarrhaus, bis es schliesslich in seiner Funktion durch das Gebäude an der Bahnhofstrasse mit Sälen für das Gemeindeleben ersetzt wurde.

Handlungsbedarf besteht

Heute beherbergt das Laubsägelihuus im Erdgeschoss Büroräume, im Obergeschoss befindet sich eine Wohnung. Das Haus wurde in seiner 120-jährigen Geschichte noch nie einer umfassenden Renovation unterzogen: Im Laufe der Jahre wurden allerdings immer wieder gewisse «Erneuerungen» vorgenommen. Dabei gingen auch prägnante Elemente der reizvollen «Laubsägeliarchitektur» verloren.

Nachdem der geplante Abbruch des Laubsägelihuuses 2014 am Widerstand der Bevölkerung scheiterte, wurde von Liechti Graf Zumsteg Architekten ein Nutzungs- und Sanierungskonzept erarbeitet. Es sieht vor, dass das Gebäude für kirchliche Dienstleistungen genutzt wird – so etwa auch vom Kirchlichen Regionalen Sozialdienst KRSD.

Der Zugang soll in Zukunft über eine Treppe und hindernisfrei über eine neue Rampe erfolgen. Die über hundertjährige Gebäudehülle wird erneuert, die Schindelbekleidung von alten Anstrichen befreit und neu gestrichen. Fehlende Verzierungen werden rekonstruiert, um sich wieder dem historischen Original anzunähern.

Im Innern wird die gesamte Haustechnik erneuert und eine neue Heizung und Wärmeverteilung installiert. Sanitäranlagen, Elektroinstallationen und Beleuchtung werden neu erstellt. Das Holztäfer wird ersetzt und eine Wärmedämmung angebracht. Die Kellerwände werden innen mit Multipordämmung beplankt und verputzt; das Dach erhält eine Unterdachfolie und eine Wärmedämmung zwischen den Sparren. Im ganzen Haus werden zudem die Fenster ersetzt.

Neu entsteht gepflästerter Platz

Da die Zugangssituation zur Kirche und den Begegnungsräumen unter der Kirche etwas beengt ist, wird im Konzept vorgeschlagen, dass die ganze Zugangssituation von der Stapferseite her aufgewertet wird. Zwischen Kirche und Laubsägelihuus soll ein kleiner, gepflästerter Platz geschaffen werden, der die Liegenschaften der Kirche besser zugänglich macht und als Ort dient, wo Kirchgänger nach den Gottesdiensten oder Gäste nach Veranstaltungen gerne etwas stehen bleiben. Die kleine Wiese soll als Oase mitten in der Stadt erhalten werden.

Die Unterlagen zum Kreditantrag «Sanierung Laubsägelihuus» können auf www.kathbrugg.ch oder bis zum 17. Mai im Sekretariat der Kirchgemeindeverwaltung der röm.-kath. Kirchgemeinde an der Stapferstrasse 17 während der ordentlichen Bürozeiten eingesehen werden. (az)